Die viertägige Energiereise der Kanzlerin hatte zum Ziel, das gesamte Energiespektrum in Deutschland in den Blick zu nehmen: von der Energieerzeugung bis zur Energienutzung. „Ein Mehrwert war dabei zu sehen, wie die verschiedenen Energieträger – herkömmliche und erneuerbare – zusammenwirken“, resümierte Merkel die Reise. Dies gelte etwa für die Regulierung der Netze und die systematische Sicherung der Grundlast dort, wo viel Windstrom in die Netze fließt.
Merkel betonte, dass sich der Energiemix in den kommenden Jahren „dramatisch verändern“ werde. Bis 2050 sollen die Erneuerbaren die Hälfte des Energiebedarfs decken. Eines Tages werde der gesamte Energiebedarf aus nachhaltig erzeugtem Strom gedeckt.
„Es geht darum, diese Revolution so zu gestalten, dass die deutsche Wirtschaft dadurch nicht geschwächt, sondern gestärkt wird“, unterstrich die Kanzlerin. Auf den Stationen ihrer Reise sei zudem immer wieder deutlich geworden, „dass Technologien, die wir verkaufen wollen, auch hierzulande genutzt werden müssen“.
Foto: REGIERUNGonline/Bergmann
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle betonte ebenfalls, Deutschland sei bei den erneuerbaren Energien und in der Energieeffizienz auf den Weltmärkten führend. Deshalb sei Energiepolitik immer auch Standortpolitik.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen sprach von einer „enormen technologiebasierten Dynamik“, die eine beeindruckende wirtschaftliche und ökologische Entwicklung antreibe. Das Plus-Energiehaus in Darmstadt zeige eindrücklich, dass teure Energieimporte von heimischer Produktion abgelöst werden. Allerdings sei diese sich abzeichnende Erfolgsgeschichte zunächst mit hohen Investitionen verbunden.

Die Bundeskanzlerin plädierte dafür, den Prozess des Wandels frei von ideologischen Aspekten zu gestalten. Deshalb werde die Bundesregierung mit ihrem energiepolitischen Konzept „ein klares Bekenntnis“ auch zu den Brückentechnologien Kernkraft und Kohle abgeben.
Wie die Energieversorgungsunternehmen ihrerseits zum Ausbau der Erneuerbaren beitragen sollen, gelte es in den nächsten Wochen zu diskutieren.
Immer wieder sei ihr auf der Energiereise auch deutlich gemacht worden, wie dringend eine neue Infrastruktur für den Strom benötigt werde. Erforderlich seien leistungsfähigere Netzstrukturen und neue starke Leitungen: damit der aus Windkraft gewonnene Strom aus dem Norden auch in den Süden des Landes gelangen kann.
Vor dem Hintergrund der von Wissenschaftlern vorgelegten Energieszenarien erarbeitet die Bundesregierung bis Ende September nun ein ausgewogenes, zukunftsorientiertes Energiekonzept für den Zeitraum bis 2050.
„Damit kommt Planbarkeit in den Energiestandort Deutschland“, unterstrich Merkel.
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