Die Bundeskanzlerin bezeichnete Energie als eines der fünf wichtigen Themen des bevorstehenden Herbstes. Dazu werde die Bundesregierung ein Energiekonzept vorlegen. Das Konzept muss die Anforderungen des Klimaschutzes sowie den Arbeitsmarkt und den Industriestandort Deutschland gleichermaßen berücksichtigen.
Ziel sei es, möglichst schnell das Zeitalter der erneuerbaren Energien zu erreichen. Dabei muss Energie bezahlbar bleiben, so die Bundeskanzlerin. Als Brücke in die neue Energiezukunft sei auch die Kernenergie unverzichtbar. Eine Verlängerung der Laufzeit über das Jahr 2022 hinaus ist für die Kanzlerin an Voraussetzungen geknüpft: „Wir müssen das so hinbekommen, dass es rechtssicher ist. Dass die Sicherheit der Kernkraftwerke gewährleistet ist.“
Die Bundeskanzlerin warb für ein schrittweises Vorgehen. Zunächst müssen Szenarienberechnungen für die Energieversorgung der Zukunft ausgewertet werden, wenn die Energiepolitik nachvollziehbar und dauerhaft sein soll. Diese Szenarien sollen Ende dieser Woche vorliegen. „Auf dieser Basis unter Berücksichtigung der Sicherheitsanforderungen und der rechtlichen Gegebenheiten werden wir dann bis Ende September die Entscheidung fällen,“ sagte Merkel.
Das Energiekonzept der Bundesregierung wird alle zentralen Fragen des Energiesystems der Zukunft beleuchten. Um die darin enthaltenen Entscheidungen auf eine dauerhafte Grundlage zu stellen, haben die zwei zuständigen Fachministerien, das Bundeswirtschafts- und das Umweltministerium, bei drei Forschungsinstituten Szenarienberechnungen in Auftrag gegeben. Zu den Auftragnehmern gehören Prognos, das Energiewirtschaftliche Institut der Universität Köln und die Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung. Die berechneten Szenarien werden darstellen, wie sich die Energieversorgung bei einer Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken bei 4, 12, 20 und 28 Jahren entwickeln wird. Ein fünftes, so genanntes Referenzszenario geht von der Beendigung der Kernkraft aus, wie nach derzeitiger Rechstlage vorgesehen.