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Nukleare Sicherheit

USA-Reise der Bundeskanzlerin

Den Auftakt der fünftägigen USA-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel bildet der Nukleargipfel in Washington. Über 40 Staats- und Regierungschefs hat der amerikanische Präsident Barack Obama zu Beratungen über den Schutz vor ungesichertem Nuklearmaterial eingeladen. Am Dienstagabend reist Merkel weiter nach Kalifornien. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit Barack Obama, Präsident der USA, im Oval Office des Weißen Hauses. Merkel und Obama im vergangenen November Foto: REGIERUNGonline/Kugler (Archivbild)

Während des Kalten Krieges standen sich die Vereinigten Staaten von Amerika und die Sowjetunion als die beiden militärischen Supermächte der Welt gegenüber: in einem immer wieder neu austarierten "Gleichgewicht des Schreckens". Seit dem Fall des "Eisernen Vorhangs" in Europa vor zwei Jahrzehnten hat sich die Welt bedeutend gewandelt.

Im vergangenen Jahr warb US-Präsident Obama in Prag für eine Welt ohne Atomaffen. Vor einigen Tagen hat die amerikanische Regierung nun ihre neue Nuklearstrategie vorgestellt. Darin verzichten die USA ausdrücklich auf die Entwicklung neuer Atomwaffen.

Fast auf den Tag genau ein Jahr nach seiner Rede in Prag unterzeichnete der USA-Präsident vergangene Woche mit dem russischen Präsident Dimitri Medwedew das "New-Start"-Abkommen – wieder in Prag.

Das Abkommen „New Start“ zur Reduzierung strategischer Offensivwaffen ist der Nachfolgevertrag des Start-Vertrages von 1991. Es gilt zehn Jahre. Russland und die USA verpflichten sich darin, die Zahl der nuklearen Sprengköpfe innerhalb der nächsten sieben Jahre von je 2200 auf 1550 zu reduzieren. Die Zahl der Trägersysteme - Raketen, U-Boote und Flugzeuge - soll von derzeit 1.600 auf jeweils 800 sinken.

Nukleare Sicherheit neue Strategie für eine friedliche Welt  

Nuklearmaterial in den Händen von Terroristen stellt heutzutage eine der größten Gefahren dar. Ziel des Washingtoner Gipfels ist eine Vereinbarung, mit der sich die teilnehmenden Staaten verpflichten, nukleares Material wirksam zu schützen. Der ernsten Gefahr des internationalen Atomschmuggels soll ein Riegel vorgeschoben werden. 

Mit am Verhandlungstisch sitzen in Washington die Staats- und Regierungschefs wichtiger Atommächte: der russische Präsident Dimitri Medwedew, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, Indiens Premierminister Manmohan Singh sowie der pakistanische Premierminister Yousaf Raza Gilani.

Ebenfalls mit dabei sind der Chef der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO), Yukiya Amano, und der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-Moon.

Auch Regierungschefs großer Schwellenländer wie Chinas Staatschef Hu Jintao reisen an. Nukleare Sicherheit steht auch bei ihnen weit oben auf der Tagesordnung. Zugleich treibt die Schwellenländer aber die Sorge, rigide Bestimmungen könnten ihre Wirtschaften daran hindern, die Nuklearenergie für friedliche Zwecke zu nutzen. 

USA-Reiseroute Bild vergrößern

Die Reiseroute der Bundeskanzlerin


Wissenschaft und Wirtschaft

Der zweite Teil der USA-Reise steht unter dem Motto "Wissenschaft und Wirtschaft". Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat die Bundeskanzlerin schon vor geraumer Zeit nach Kalifornien eingeladen. Nun wird er die Kanzlerin am Mittwoch in Los Angeles begrüßen. Hier steht der Besuch des kunsthistorisch bedeutsamen Paul-Getty-Centers auf dem Programm. Außerdem kommt Merkel mit Vertreterinnen und Vertretern der Filmindustrie zusammen.

Am Donnerstag in San Francisco spricht die Bundeskanzlerin vor Studierenden der Stanford University, eine der bekanntesten privaten Universitäten Amerikas.

Ganz in der Nähe liegt mit der Berkeley University aber auch eine der renommiertesten staatlichen Hochschulen. Hier forschen allein über 8.000 Frauen und Männer, unter anderem auf dem zukunftsträchtigen Feld der Nanopartikel. Auch diese Universität steht auf dem Besuchsplan der Kanzlerin.

Zwischen den beiden namhaften Universitäten liegt Silicon Valley, der Innbegriff für unternehmerische Selbständigkeit im IT-Bereich und informationstechnologische Innovation. Hier will Angela Merkel mit Wirtschaftsleuten erörtern, wie sich wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in die Praxis überführen lassen.  

Montag, 12. April 2010