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Berufsweltmeisterschaft

Spitzenleistungen machen Spaß

Bei der Berufsweltmeisterschaft "WorldSkills" in Leipzig haben junge Menschen aus der ganzen Welt gezeigt, was sie in ihrer Ausbildung gelernt haben. Bundeskanzlerin Angela Merkel lud das deutsche Team ins Kanzleramt ein und gratulierte zur "tollen" Leistung.

Bundeskanzlerin Merkel mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmer der WorldSkills 2013 Bundeskanzlerin Merkel freut sich über den Erfolg des deutschen Teams bei den WorldSkills 2013 Foto: Bundesregierung/Denzel

Bei den 42. WorldSkills konnten sich vom 2. bis 7. Juli die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Auszubildenden und Fachleuten aus der ganzen Welt messen. Drei Auszubildende präsentierten der Kanzlerin ihre Wettbewerbsbeiträge in den Disziplinen Bauschreinerei und Mobile Robotik.

Merkel gratulierte ihren Gästen: "Zwei Drittel von Ihnen haben einen Titel errungen, eine Exzellenzauszeichnung oder sogar eine Medaille. Das ist toll! Ihnen allen einen herzlichen Glückwunsch – insbesondere den beiden Goldjungs, in deren Nähe ich schon gestanden habe: Björn Bohmfalk als Fliesenleger und Andreas Schenk als Stuckateur und Trockenbauer." 

Erfolgreiche deutsche Mannschaft

Merkel freute sich über den Erfolg des Teams. Denn die deutsche Mannschaft hat zwei Mal Gold, vier Mal Silber und drei Mal Bronze gewonnen. Dies sei eine tolle Leistung, sagte Merkel. 

"Die WM-Teilnahme als solche ist ja schon ein Erfolg an sich. Ich glaube, die WorldSkills insgesamt sind eine super Idee, denn man kommt weltweit miteinander in Kontakt. Man weiß auch, wie hart der Wettbewerb ist. Man sieht den spannenden Bereich der vielen, vielen Ausbildungsberufe, die es gibt." Auch wenn es für eine Auszeichnung nicht gelangt habe, das Wichtigste sei, dabei zu sein, so die Bundeskanzlerin.

Das sehen auch die jungen Erwachsenen so: "Jeder will gewinnen," sagt Teilnehmer Martin Reichert. Aber die Erfahrung, dabei gewesen zu sein, zähle eben so viel wie eine Medaille.

Betriebe unterstützen Teilnehmer

Bei dem Wettbewerb gilt eine Altersgrenze von 22 Jahren. Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer befinden sich also noch in der Ausbildung oder haben sie gerade beendet. Wie schafft man da den Sprung in die Berufsweltmeisterschaft? 

Jeder Jugendliche hat sich bereits über vorhergehende Wettbewerbe als Bundessieger qualifiziert. Die meisten werden hierbei von ihren Betrieben unterstützt. Aber auch die Innungen und Kammern motivieren junge Leute, sich zu beteiligen. Wo es finanziell eng ist, greifen die Verbände oder Stiftungen den Jugendlichen unter die Arme. 

Woher kommt die Motivation, sich einem solchen Erfolgsdruck auszusetzen? Ein Teambetreuer gibt die Antwort: "Das ist wie Leistungssport, man möchte einfach der Beste sein." Er kennt dieses Gefühl aus eigener Erfahrung, denn vor nicht allzu langer Zeit war er selbst im Worldskills-Wettkampf.

Eher Hobby als Beruf

Einige der Wettbewerber messen sich streng genommen nicht in ihrem Ausbildungsberuf, sondern eher in ihrem Hobby, erklärten Martin Reichert und Thomas Kühler. Sie hatten ein Team im Bereich Mobile Robotik gebildet. Ihre Aufgabe bestand darin, einen Roboter mit einem Greifarm auszustatten und zu programmieren. Die dafür notwendigen Fachkenntnisse haben sie sich überwiegend in der Freizeit angeeignet. 

Auch, dass die Aufgabenstellungen für den Wettbewerb in Englisch gestellt werden, finden die jungen Männer gut: "So verbessert man ein bisschen seine Sprachkenntnisse, das kann nicht schaden." Und um mit den anderen Teilnehmern aus aller Welt zu sprechen ist ebenfalls auf Englisch am einfachsten.

Zum Abschluss gab die Bundeskanzlerin den Teilnehmerinnen und Teilnehmern noch einen Rat mit auf den Weg: "Bewahren Sie sich diese Erinnerung in Ihrem Herzen. Wenn Sie einmal älter werden, geben Sie an andere junge Leute weiter, was es für einen Spaß machen kann, wenn man sich anstrengt".

Wertvolle Erfahrungen

Was kommt nach der Weltmeisterschaft? Der Gewinner der Silbermedaille in Polymechanik, Tobias Bornschein, ist ab August selbst Ausbilder in seinem Ausbildungsbetrieb. Voraussichtlich zehn neue Auszubildende kann er dann zu Höchstleistungen anspornen. Thomas Kühler wird nächstes Jahr seine Ausbildung beenden. Martin Reichert macht Fachabitur und beginnt danach ein Studium. 

Alle ehemaligen Teilnehmer sind Botschafter für die WorldSkills. Aus den Wettkämpfen nehmen sie vor allem die Erfahrung mit, Stress auszuhalten, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und kreative Lösungen zu finden. Ihre Erfahrung macht sie vielleicht zu neuen Experten der WorldSkills. Denn ohne dieses ehrenamtliche Engagement der Experten als Teambetreuer oder als Jurymitglieder gäbe es keine Berufsweltmeisterschaften. 

Die WordSkills wurden 1946 von zwei Spaniern erfunden. Sie finden alle zwei Jahre statt. In Deutschland wurde der Wettbewerb zuletzt 1973 ausgetragen. Dieses Jahr reisten rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 53 Ländern zu den WorldSkills nach Leipzig. Insgesamt präsentierten sich 46 Berufe. 2015 findet die Weltmeisterschaft in Brasilien statt.

Deutschland schickte 36 Wettbewerber ins Rennen. In der internationalen Wertung hat Deutschland Rang sieben belegt. Korea, die Schweiz und China belegten die vorderen Plätze.

Donnerstag, 11. Juli 2013