Politisch und wirtschaftlich eng verbunden

Deutschland/Katar Politisch und wirtschaftlich eng verbunden

Deutschland und Katar wollen in politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Fragen enger zusammenarbeiten. Das machten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Ministerpräsident Katars, Scheich Hamad bin Jassim bin Jabor Al-Thani, in Berlin deutlich. Der Konflikt in Syrien war ebenfalls Thema.

Bundeskanzlerin Merke und der Ministerpräsident aus Katar

Treffen in Berlin: Bundeskanzlerin Merkel empfängt den Ministerpräsidenten aus Katar

Foto: Bundesregierung/Denzel

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Ministerpräsidenten Katars, Scheich Hamad bin Jassim bin Jabor Al-Thani, zu einem Gespräch im Bundeskanzleramt empfangen. Die Kanzlerin zeigte sich erfreut darüber, dass das siebente "Wirtschafts- und Investitionsforum Katar" in Berlin stattfindet. Bereits am Abend zuvor hatte sie zusammen mit dem katarischen Regierungschef das Forum eröffnet.

40 Jahre diplomatische Beziehungen

Merkel erinnerte daran, dass Deutschland und Katar bereits seit 40 Jahren diplomatische Beziehungen unterhalten. Sie lobte die kulturell- und wirtschaftlich enge Zusammenarbeit. Sie habe mit Scheich Hamad die bilateralen Beziehungen beider Länder und die außenpolitische Situation in der Region besprochen, erklärte die Kanzlerin.

Trotz der guten wirtschaftlichen Zusammenarbeit bemängelte sie, dass es noch kein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen beiden Ländern gebe. Das erschwere die wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Politische Lösung für Syrien

Neben den Menschenrechten in Katar war auch die Lage in Syrien ein Thema. Hier müsse eine politsche Lösung gefunden werden, waren sich beide Regierungschefs einig. Militärische Lösungen lehnten beide ab. Das Regime von Präsident Assad habe seine politische und moralische Legitimierung verloren.

Nach Aussage von Al-Thani müsse man die Wünsche des syrischen Volkes endlich realisieren. Syrien habe nach Ansicht beider Politiker das Potential für eine Destabilisierung der Region. Die Kanzlerin lobte das vielfältige Engagement Katars in Ägypten. Auf großzügige Weise habe Katar dem Land geholfen.

Al-Thani dankte der deutschen Seite für die politischen Gespräche und die Anwesenheit der Kanzlerin bei dem Investitionskongress. Er würdigte außerdem die wichtige deutsche Rolle in Europa.

Video Pressekonferenz der Bundeskanzlerin und des Ministerpräsidenten von Katar

Gegen eine atomare Bewaffnung Irans

Der katarische Ministerpräsident betonte das Recht Irans zu einer friedlichen Nutzung der Nukleartechnik. Allerdings lehnte er - ebenso wie die Bundeskanzlerin - eine atomare Bewaffnung des Iran ab. Beide Regierungschefs sagten, dass eine Lösung für das Iranproblem auf politischen Weg gefunden werden müsse und es keine Gewaltanwendung geben dürfe.

Das Siebte Wirtschafts- und Investitionsforum "Business & Investment in Qatar" fand nach Stationen in New York, London und Paris am 15. und 16. April 2013 zum ersten Mal in Berlin statt. Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnete es am 15.April zusammen mit dem Premier- und Außenminister von Katar, Scheich Hamad bin Jassim bin Jabor Al-Thani.

Auf dem Wirtschafts- und Investitionsforum werden die Weichen für eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und  Katar gestellt. Ausländische Investitionen spielen für das anhaltende Wachstum Katars eine entscheidende Rolle. Diese fließen in die Entwicklung des Landes, vor allem im Bereich der Infrastruktur und in Projekte zur Vorbereitung der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft, die Katar 2022 austrägt.