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Finanzen

Neue Leitplanken für das internationale Währungssystem

"Die Stabilität des internationalen Weltwährungssystems ist von größter Bedeutung für die Weltwirtschaftsentwicklung" sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einem Treffen mit Finanzfachleuten in Berlin.

Bundeskanzlerin Merkel mit Robert Zoellick, Christine Lagarde; Angel Gurria Gespräche zur Verbesserung des internationalen Währungssystems Foto: RegierungOnline/Denzel

Das Weltwährungssystem sei ein System des Übergangs von einer Währung (US-Dollar) hin zu einem multipolaren System, sagte Merkel. Es brauche ein festes Rahmenwerk mit einem geregelten Überwachungssystem.

Das Gespräch mit Vertretern der Weltwirtschaft diente zur Vorbereitung des G-20 Treffens in Cannes Anfang November 2011.

Merkel hat mit der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, und Weltbank-Präsident Robert Zoellick über die Zukunft des Währungssystems beraten. An dem Treffen nahmen auch OECD-Generalsekretär Ángel Gurria, die Finanzminister Frankreichs und Mexikos, sowie der Wirtschafts-Nobelpreisträger von 1999, Robert Mundell, teil.  

"Wie können wir das internationale Währungssystem stabiler stabiler und widerstandsfähiger gestalten?", so Merkel. Genau damit befasse sich die Arbeitsgruppe.

Es ginge um ein Rahmenwerk zum Umgang mit Kapitalströmen und Kapitalbilanzierungen. Und um die Frage "Wann sollten Kapitalverkehrskontrollen eingeführt werden?", betonte die Kanzlerin. Einig war sich die Arbeitsgruppe, dass sich Anleihemärkte zunächst frei entwickeln sollten und Kapitalverkehrskontrollen ein letztes Mittel darstellten.

In Bezug auf Fragen der Kapitalausstattung sei auf den Rat der Fachleute zu hören, erklärte Merkel. Zwar werde die Kapitalausstattung von Banken weltweit unterschiedlich beurteilt. Dennoch sei der Rat, dass die europäischen Banken nicht mit ausreichend Kapital ausgestattet wären, "sehr ernst zu nehmen". Wenn die Notwendigkeit bestünde, so die Bundeskanzlerin, müsse gegebenenfalls staatliche Unterstützung geleistet werden. Dies sei dann vernünftig investiertes Geld. Freilich bleibe der erste Weg, dass die Banken sich auf dem Kapitalmarkt selbst versorgten.

Donnerstag, 06. Oktober 2011