Navigation und Service

Inhalt

Girls’ Day im Kanzleramt

"Seid neugierig!"

Wenn die Kanzlerin ihre Gäste mit "Hallo" begrüßt und 24 Mädchen mit "Hallo" antworten, dann ist Girls’ Day im Bundeskanzleramt. Er bildete den Auftakt für den bundesweiten Girls’ Day am 23. April, an dem Mädchen in technische Berufe reinschnuppern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht Stände beim Girls' Day im Kanzleramt. Bundeskanzlerin Merkel begleitet beim Girls' Day einige Mädchen auf den Unternehmensparcours. Foto: Bundesregierung/Kugler

24 Neuntklässlerinnen stehen aufgereiht auf dem Podium bei der Kanzlergalerie. Sie warten auf die Bundeskanzlerin. Dann kommt sie. Zuerst werden Fotos gemacht. Danach begrüßt Angela Merkel die 15-jährigen in der Regierungszentrale.

In 15 Jahren haben 1,5 Millionen Mädchen teilgenommen

Schon zum 15. Mal öffnen beim Girls’ Day Unternehmen ihre Tore, um Mädchen für technische Berufe zu begeistern.

"Also ihr wart gerade ein Jahr, als der Girls’ Day zum ersten Mal stattgefunden hat", erzählt Merkel. Seit 2001 haben über 1,5 Millionen Mädchen am Girls’ Day teilgenommen. Für viele von ihnen sei das Hineinschnuppern in technische Berufe ein Grund gewesen, später den entsprechenden Beruf zu ergreifen.

"In dem Alter, in dem ihr seid, steht die Berufswahl an. Dies ist natürlich eine weitreichende Entscheidung für das ganze zukünftige Leben. Das bestimmt darüber, wie viel man später einmal verdient, mit welchen Dingen man einen riesigen Teil seiner Zeit verbringt oder wie viel Freiraum dann noch jeder hat, selbst zu gestalten, was er in seinem Beruf macht", so die Kanzlerin.  

Beruf wählen in Zeiten digitalen Arbeitens

"Ihr werdet Eure Berufswahl in einer Zeit treffen, in der sich die Arbeitswelt mehr und mehr digitalisiert. Ihr müsst auf  ganz neue Fragen Antworten finden! Deshalb schaut euch gut um! Lasst euch auf Berufswelten ein, die ihr noch nicht kennt, seid neugierig", fordert Merkel die Teenager auf.

Merkel benennt das derzeitige Defizit: Drei Viertel aller Ausbildungsanfängerinnen entscheiden sich für nur 20 aus 340 Ausbildungsberufen. Im jüngsten Video-Podcast hatte sie dazu gesagt: "Wir haben mehr Absolventinnen oder auch Studienanfängerinnen in mathematisch-naturwissenschaftlichen Berufen als in anderen OECD-Ländern. Ich glaube, gerade bei den Ausbildungsberufen, da liegt noch ein ziemlich langer Weg vor uns."

Von App programmieren bis Strom erzeugen

Merkel besucht die Mädchen an ihren Ständen im Unternehmens-Parcours. Einige haben eine App programmiert, mit der jeder am Imbiss-Automat per Smart-Phone bargeldlos bezahlen kann. Eine andere Mädchengruppe hat sich damit beschäftigt, wie man Blutzuckermesswerte aus dem Gerät ebenfalls in eine App übertragen kann. Eine dritte Gruppe hat sich mit Stromerzeugung aus Körperwärme befasst. Das probiert auch die Kanzlerin aus. Auf der Anzeige erscheinen 1112 mW.
Bei sieben Unternehmen und der Bundespolizei können die Mädchen sich ausprobieren. Sie kommen aus drei Berliner Schulen: der Hermann-Hesse-Oberschule (Gymnasium), der Max-von-Laue-Schule (Integrierte Sekundarschule) und der Isaac-Newton-Schule (Integrierte Sekundarschule). 

Girls’ Day – Mädchenzukunftstag
Am Girls' Day öffnen Unternehmen, Betriebe und Hochschulen in ganz Deutschland ihre Türen für Schülerinnen ab der 5. Klasse. Die Mädchen lernen dort Ausbildungsberufe und Studiengänge in IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik kennen, die bisher zu wenig von Frauen ergriffen werden. Der Girls’ Day ist 2001 vom Bundesbildungsministerium zunächst nur für Unternehmen der IT-Branche gemeinsam mit der Initiative D21 ins Leben gerufen worden. Mittlerweile beteiligen sich 9000 Unternehmen daran. In einer Umfrage 2013 beurteilten 95 Prozent der Teilnehmerinnen den Tag mit gut oder sehr gut. Gleiches gilt für 88 Prozent der Unternehmen. Über 40 Prozent der Veranstalter bekamen direkt am Girls‘ Day Anfragen nach Praktikums-, Ausbildungs- und Studienplätzen, bei 30 Prozent gingen dann tatsächlich Bewerbungen ein.

Mittwoch, 22. April 2015