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Spitzenforschung

Neue Möglichkeiten der Energiegewinnung erforschen

Auf der Kernfusion ruhten große Hoffnungen. Sie könne zu einem zukunftsträchtigen Energielieferanten werden und den steigenden Strombedarf decken. Dies sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Besuch des Greifswalder Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik.

Bundeskanzlerin Merkel und Professor Hasinger Nach neuen Energielieferanten suchen Foto: REGIERUNGonline/Bergmann

Zwar sei die Kernfusionsforschung derzeit noch Grundlagenforschung ohne Gewissheit auf Erfolg. Es wäre aber fatal, deren Möglichkeiten nicht weiter zu erkunden, so die Kanzlerin. 

Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) beschäftigt sich mit einer ganz besonderen Art der Stromerzeugung: der Kernfusion. Vereinfacht gesagt ist damit der Prozess gemeint, der auch in der Sonne abläuft und bei dem unbegrenzte Mengen von Wärmeenergie entstehen.

Leichte Atomkerne - vor allem Wasserstoff in Form von Deuterium und Tritium - verschmelzen zu Heliumkernen. Dabei entsteht Wärmeenergie, die sich in Strom umwandeln lässt, ohne dass radioaktive Stoffe oder schädliche Abfälle anfallen.

Lösung aller Energieprobleme

Wenn es gelingen würde, den Prozess kontrolliert und wirtschaftlich in einem Reaktor ablaufen zu lassen, wären damit alle Energieprobleme gelöst - umweltfreundlich und zeitlich unbefristet. Dabei entstünde auch kein klimaschädliches CO2. Weltweit forschen daher die wichtigsten Staaten von China über Russland, Indien bis zu den USA und Europa gemeinsam daran, Kernfusion wirtschaftlich nutzbar zu machen.

Bis allerdings der erste Reaktor wirtschaftlich arbeitet, könnten noch fünfzig Jahre vergehen. Dabei ist ein finanzieller Aufwand zu schultern wie bei keinem Forschungsprojekt zuvor. Dennoch ist die Bundeskanzlerin davon überzeugt, dass sich die Investitionen lohnen.

Investitionen in die Forschung sind für die Bundesregierung für die kommende Legislaturperiode besonders wichtig. Deshalb hat sie den Forschungshaushalt auch in diesem Jahr erhöht. Für die gesamte Legislaturperiode sind zwölf Milliarden Euro mehr für Bildung und Forschung vorgesehen. 

Wissenschaftsjahr 2010

Auch das Wissenschaftsjahr 2010 ist diesem wichtigen Thema gewidmet: "Die Zukunft der Energie" lautet das Motto. "Das Wissenschaftsjahr soll dazu beitragen, die Debatte über neue Lösungen und Konzepte für die künftige Energieversorgung in die Mitte der Gesellschaft zu bringen", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan bei der Präsentation des Wissenschaftsjahrs.  

Forscherinnen und Forscher geben im Jahr der Energie Einblicke in ihre Arbeit für die Energieversorgung von morgen. Ob Hybridmotoren, Biotreibstoff oder Fusion – die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler öffnen Besuchern ihre Labore und Einrichtungen und machen neueste Methoden und Technologien anschaulich erlebbar.

Mit rund 1.100 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ist das IPP mit seinen Standorten in Garching und Greifswald eines der größten Zentren für Fusionsforschung in Europa. Zentrale Themen sind: das Testen von Materialien für Fusionsreaktoren, in denen Temperaturen von 10 Millionen Grad Celsius entstehen sowie die Erzeugung ausreichend starker Magnetfelder für den Reaktor.

Montag, 01. Februar 2010