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Präsident Zuma in Berlin

Zusammenarbeit mit Südafrika intensivieren

Klima, Handel, Entwicklung, Bekämpfung des Terrorismus: Deutschland und Südafrika wollen in vielen Bereichen stärker zusammenarbeiten. Das betonte Kanzlerin Merkel nach ihrem Gespräch mit Präsident Zuma. "Südafrika ist für uns einer der wichtigsten Partner auf dem afrikanischen Kontinent", sagte sie.

Merkel und Zuma Die Kanzlerin empfängt den südafrikanischen Präsidenten Zuma. Foto: Bundesregierung/Kugler

Bei dem Gespräch im Kanzleramt standen auch internationale Themen sowie die Situation in der afrikanischen Region im Mittelpunkt. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern sei bereits jetzt sehr eng und freundschaftlich, betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Aber auch bei internationalen Fragen spiele Südafrika eine große Rolle.

Klima und Energie im Fokus

Angesichts der anstehenden Weltklimakonferenz begrüßte die Bundeskanzlerin das Engagement Südafrikas in Klimafragen: "Südafrika hat den Vorsitz in der G77-Gruppe, und wir freuen uns, dass sich das Land als vormaliger Gastgeber von Klimakonferenzen sehr stark einbringt, damit Paris am Anfang des nächsten Monats ein Erfolg werden kann", betonte sie.

Enge Handelsbeziehungen

Merkel hob auch die enge wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern hervor. Es sei erfreulich, dass Deutschland weiterhin zweitwichtigster Handelspartner Südafrikas und mit mehr als 600 deutschen Unternehmen dort stark vertreten sei. "Wir haben ständig wachsende Ziffern für unseren Handelsaustausch - mit 15,5 Milliarden werden wir in diesem Jahr einen Höhepunkt erleben", so die Kanzlerin.

Auch Präsident Jacob Gedhleyihlekisa Zuma lobte die intensiven Handels- und Wirtschaftsbeziehungen beider Länder. Man habe über weitere Investitionsmöglichkeiten gesprochen, zum Beispiel im Bereich der Meereswirtschaft in Südafrika.

Insbesondere in den Bereichen erneuerbare Energien sowie Wasser und Infrastruktur sind die Wirtschaftsbeziehungen beider Länder eng. Das bilaterale Handelsvolumen lag 2014 bei 13,2 Milliarden Euro. Südafrika importierte Waren im Wert von rund 8,3 Milliarden Euro und exportierte Waren im Wert von 4,9 Milliarden Euro. Damit ist Deutschland zweitgrößter Handelspartner in Südafrika. Das afrikanische Land ist seit 2011 in der Wirtschaftsgruppe der BRICS-Staaten.

Entwicklungs- und Wissenschaftszusammenarbeit stärken

In der Entwicklungszusammenarbeit bestehen bereits enge Beziehungen zwischen Deutschland und Südafrika: etwa eine bilaterale Energiepartnerschaft, aber auch Kooperationen bei der wissenschaftlichen Zusammenarbeit und im Bereich der Berufsausbildung. "Hier gibt es bereits einige Pilotprojekte im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit", sagte Merkel.

Dieses Engagement könne allerdings noch weiter ausgeweitet werden. "Wir würden uns noch mehr Kontakt durch Praktikanten oder junge Südafrikaner wünschen, die hier ihre Doktorarbeit absolvieren oder hier studieren", betonte die Bundeskanzlerin.

Die Bundesregierung schätzt Südafrika als "globalen Entwicklungspartner", mit dem sie in internationalen Gremien eine enge Abstimmung anstrebt. Zu den Schwerpunkten der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit gehören Energie und Klima, Regierungsführung und öffentliche Verwaltung sowie HIV/Aids-Prävention.

Gemeinsam den Terrorismus bekämpfen

Die Bundeskanzlerin und der Präsident Südafrikas sprachen über die Herausforderungen, vor denen der afrikanische Kontinent steht. "Burundi war ein Thema, bei dem wir hoffen, dass auch Südafrika seine Erfahrungen bei einer friedlichen Lösung miteinbringen kann", sagte die Bundeskanzlerin.

Aber auch der Terrorismus in Afrika - der aus Libyen kommende Islamische Staat wie auch Boko Haram aus Nigeria - sei angesprochen worden. "Hier bedarf es einer engen Zusammenarbeit zwischen Europa und Afrika. Südafrika wird hier auch eine wichtige Rolle spielen", betonte Merkel.

Präsident Zuma hob insbesondere die Sicherheitsbedenken hervor, die sowohl Deutschland als auch Südafrika angesichts der Konflikte in Nordafrika und im Nahen Osten haben.

Flüchtlingskrise bewältigen

Zur Bewältigung der Flüchtlingskrise sprachen sich beide Seiten für die Bekämpfung der Fluchtursachen aus. Angesichts der Migrationsströme in Südafrika habe auch die Afrikanische Union ein starkes Interesse an der Lösung der Krise, sagte die Bundeskanzlerin.

Der südafrikanische Präsident betonte: "Deutschland und Südafrika spielen eine führende Rolle bei diesen internationalen Themen, und wir haben uns darauf geeinigt, dass wir unsere hervorragende Zusammenarbeit auch in Zukunft sowohl auf bilateraler als auch auf regionaler Ebene weiter fortführen werden."

Präsident Zuma wurde von einer Delegation von sieben südafrikanischen Fachministern begleitet. Im Anschluss an sein Gespräch mit der Bundeskanzlerin wurde der südafrikanische Präsident von Bundespräsident Joachim Gauck empfangen. Außerdem nahm er in Berlin an einem Seminar zur Berufsbildung und an einer Veranstaltung der Subsahara Initiative der deutschen Wirtschaft teil. Präsident Zuma ist seit 2009 Staatspräsident der Republik Südafrika und seit 2007 Vorsitzender des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC).

Dienstag, 10. November 2015