Zukunftsthemen im Blick

Gentiloni in Berlin Zukunftsthemen im Blick

Italien und Deutschland verbinde "eine breite Agenda der Kooperation", bekräftigte Bundeskanzlerin Merkel beim Antrittsbesuch von Ministerpräsident Gentiloni. Ob bilaterale Wirtschaftsbeziehungen oder europäische Migrationspolitik – beide Seiten wollen auch künftig eng zusammenarbeiten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der italienische Ministerpräsident Paolo Gentiloni bei der Pressekonferenz im Kanzleramt.

Sprachen in Berlin über europäische Zukunftsfragen: Bundeskanzlerin Merkel und Italiens Ministerpräsident Gentiloni.

Foto: Jesco Denzel/Bundesregierung

Video Presseunterrichtung der Kanzlerin mit dem italienischen Ministerpräsidenten

Gemeinsam wolle man die Herausforderungen der Zukunft angehen, so Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ein Zeichen dafür sei der gemeinsame Besuch einer Deutsch-Italienischen Wirtschaftskonferenz im Anschluss an das Treffen im Kanzleramt. Thema dort: die Digitalisierung. Beiden Seiten sei bewusst, wie sehr die Digitalisierung über die Arbeitsplätze der Zukunft entscheide, sagte die Kanzlerin.

Gemeinsame Antworten auf die Migration

Den anstehenden EU-Gipfel in Malta Anfang Februar sowie den Jahrestag der Römischen Verträge im März wollen Italien und Deutschland gemeinsam vorbereiten. Das Thema Migration stehe dabei im Fokus: "Wir werden gemeinsam daran arbeiten, dass das europäische Rechtssystem schnell erneuert werden kann", so Merkel. Nur durch eine gemeinsame Antwort auf die Migration könne die Freizügigkeit innerhalb des Schengen-Raums aufrecht erhalten werden.

Deutschland und Italien arbeiten auch bei der Bekämpfung von Fluchtursachen eng zusammen. Zum Beispiel durch eine EU-Migrationspartnerschaft mit Niger und die Stärkung der Einheitsregierung in Libyen. Beide Seiten wollen gemeinsam die Ausbildung der libyschen Küstenwache verstärken.

Europa als Perspektive

Merkel betonte erneut, Europa habe sein Schicksal selbst in der Hand. "Vertrauen werden wir gewinnen, wenn wir die Probleme lösen". Dazu gehörten auch Fragen der Beschäftigung, der inneren Sicherheit und des wirtschaftliches Wachstums. Voraussetzung sei die Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten.

Der italienische Ministerpräsident Paolo Gentiloni erklärte: "Wir wissen, dass Europa eine schwierige Phase durchlebt, aber Italien und Deutschland sind fest davon überzeugt, dass die EU eine Zukunft hat". Deshalb müsse es darum gehen, die Werte der EU zu bekräftigen. Europa müsse die wesentlichen Probleme lösen. "Gleichzeitig müssen wir Europa als Perspektive aufzeigen, nicht nur als Geschichte", so Gentiloni.

Offene Gesellschaften, gemeinsame Werte

Eine "breite Agenda gemeinsamer Kooperation" sieht Merkel auch mit Blick auf die Gastgeberrolle beider Länder: Italien hat in diesem Jahr den G7-Vorsitz, Deutschland die G20-Präsidentschaft inne. Deutschland und Italien seien "offene Gesellschaften, die zu gemeinsamen Werten stehen". Man bekenne sich zu freien Handelsbeziehungen und werde in diesem Bereich eng zusammenarbeiten, so die Kanzlerin.

Paolo Gentiloni war zu einem Antrittsbesuch in Berlin. Er ist seit dem 12. Dezember 2016 italienischer Ministerpräsident. Zuvor war er von 2006 bis 2008 Kommunikationsminister und seit November 2014 Außenminister Italiens.

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