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USA

Zu Gast in Hollywood

Es war der erste Besuch der Bundeskanzlerin in Kalifornien. Auf dem Programm: Los Angeles und San Francisco. An der Westküste der USA arbeiten Wissenschaft und Wirtschaft eng zusammen. Nirgendwo auf der Welt entstehen aus Forschungsergebnissen so schnell marktreife Produkte wie hier. Als erstes überzeugte sich die Kanzlerin von der Leistungsfähigkeit der örtlichen Filmwirtschaft.

Angela Merkel und der Bürgermeister von Los Angeles blicken über die Stadt "L.A.": Ausblick auf eine dynamische Region Foto: REGIERUNGonline/Bergmann

Bundeskanzlerin Angela Merkel machte sich in Kalifornien selbst ein Bild davon, unter welchen Bedingungen eine so starke Dynamik entstehen, kann wie sie für den Sonnenscheinstaat typisch ist. Denn auch für die deutsche Wirtschaft sind schnelle Wege von der Idee bis zum Produkt von größtem Interesse.

Merkel  sprach sich dafür aus, wirtschaftlich noch enger als bisher mit Kalifornien zusammenzuarbeiten. Die Bindungen seien bereits stark, ließen sich aber weiter stärken, sagte die Kanzlerin in Los Angeles.

Dafür hat sie mir dem Gouverneur des Bundestaates, Arnold Schwarzenegger, bereits mehrere Wirtschaftsbereiche ausgemacht: etwa in der Autoindustrie, bei der Landwirtschaft und im Weinbau. Beiden Partnern gehe es schließlich darum, neue Arbeitsplätze zu schaffen, sagte Schwarzenegger.

Filmwirtschaft trifft Politik

Höhepunkt des Tages war dann der Besuch des Paul Getty Centers. Dort gab der Bürgermeister der Stadt ein Mittagessen zu Ehren der Kanzlerin. Antonio Villaraigosa hatte eine lange Gästeliste zusammengestellt. Politiker, Schauspieler, Filmproduzenten saßen mit am Tisch. Heidi Klum, ihr Mann Seal und Desirée Nosbusch sprachen mit der Kanzlerin. Auch deutsche Filmproduzenten, Drehbuchautoren und Regisseure waren gekommen. Unter ihnen Uli Edel und Thomas Gottschalk.

Das Paul Getty Center wirkt wie eine kleine Stadt. Es beherbergt unter anderem ein Museum, eine Forschungseinrichtung für Kunst- und Geistesgeschichte sowie ein hervorragendes Restaurationszentrum . Paul Getty (1892-1976), ein amerikanischer Großindustrieller, hat für das Museum Zeit seines Lebens über 50.000 Kunstgegenstände zusammengetragen. Sie sind für die Öffentlichkeit kostenlos zugänglich.

Paul-Getty-Center

Hollywood ist der Inbegriff des amerikanischen Films. Merkel besuchte hier das wohl älteste Filmstudio der Stadt, das Warner Bros. Studio. Hier entstehen viele deutsch-amerikanische Co-Produktionen. Die Kanzlerin zeigte sich beeindruckt. Ein Produktionstudio für Schnitt, Vertonung und Effekte sieht beispielsweise aus wie das Cockpit eines Flugzeugs – nur viel größer.

Die Filmleute berichteten ihr von ihrem größten Problem - der Produktpiraterie. Mit der Zahl der Breitbandanschlüsse nimmt der Schaden durch Raubkopien im Internet seit einigen Jahren dramatisch zu. Auch Warner Bros. bekommt das zu spüren. Bisher produzierte das Studio rund 30 Filme im Jahr, künftig werden es wahrscheinlich nur noch 22 sein.

Merkel versprach, sich auf internationale Ebene dafür einzusetzen, der Raubkopiererei einen Riegel vorzuschieben. Nationale Gesetze führten in dieser Frage nicht weiter, sagte sie.

Vier Brüder gründeten das Unternehmen Warner Brothers Pictures im Jahr 1923. Der Legende nach versetzten sie eine goldene Uhr, um ihren ersten Filmprojektor zu kaufen. Noch heute werden im Studio Warner Bros. Produktionen wie "Harry Potter" oder "Herr der Ringe" gedreht.

Warner Bros. 

Mittwoch, 14. April 2010