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Merkel bei der Stiftung Familienunternehmen

Zu Gast beim "Kern der Wirtschaft"

Beim Tag des Familienunternehmens hat Kanzlerin Merkel die Pläne der Bundesregierung zur Reform der Erbschaftssteuer verteidigt. Dabei werde versucht, die auch von Familienunternehmern geäußerten Bedenken zu berücksichtigen, versicherte Merkel in Berlin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält eine Rede auf dem Tag des deutschen Familienunternehmens. Merkel: "Die Digitalisierung wird unser Leben verändern". Foto: Bundesregierung/Denzel

Traditionell ist Bundeskanzlerin Angela Merkel Gast beim "Tag des deutschen Familienunternehmens", so auch in diesem Jahr. In ihrer Rede bekräftigte sie ihre Verbundenheit mit den Familienunternehmerinnen und -unternehmern und unterstrich deren große volkswirtschaftliche Bedeutung. "Wenn der Mittelstand das Rückgrat der Wirtschaft ist, dann sind die Familienunternehmen der Kern."

Wertschöpfung durch Digitalisierung

"Beschäftigen Sie sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung", riet die Bundeskanzlerin den Familienunternehmern. "Es wird unser Leben verändern." Es komme auf die Schnittstelle zwischen Konsumenten und Produkt an. Wer diese Stelle besetze und die Kundennähe habe, der werde in Zukunft die Gewinne machen. Europa sei oft dabei zu langsam. In den USA sei alles erlaubt, was nicht verboten ist. In Deutschland dagegen alles verboten, was nicht erlaubt ist.

Vernünftige Balance finden

Amerikanische Unternehmen sammelten kundenspezifische Daten, machten daraus die passenden Applikationen (Apps) und bestimmten so die Wertschöpfung. Beim Datenschutz müsse eine vernünftige Balance zwischen Schutzbedürfnis und Geschäftsmöglichkeiten gefunden werden. "Entwickeln Sie ein positives Verhältnis zu Daten", sagte die Bundeskanzlerin. Bei aller Sensibilität - "wer nur aus dem Schutzgedanken heraus operiert, der wird an der Wertschöpfung nicht teilnehmen", mahnte Merkel.

Antworten auf demografischen Wandel

Merkel lobte, dass viele junge Menschen ein Studium beginnen. Im Sinne des europäischen Binnenmarktes wolle Deutschland offen sein, bei ausländischen Studenten sei dies selbstverständlich. Sie betonte aber auch den Wert der beruflichen Bildung. Man müsse darauf aufpassen, dass die berufliche Bildung nicht wegbreche. "Schauen, wo sind berufliche Fachkräfte" - das sei die Aufgabe. Sie ging auch auf die "positive Entwicklung" bei der Beschäftigung von Frauen ein. Dank einer verbesserten Kinderbetreuung sei der Anteil von Frauen in den vergangenen zehn Jahren beträchtlich gestiegen.

Erbschaftssteuer reformieren

Die Verschonungsregelung bei der Erbschaftssteuer habe sich bewährt, so die Bundeskanzlerin. Nun käme auf Grund der Entscheidung des Bundesverfassungsgericht die Bedürfnisprüfung hinzu. Dies habe sich die Politik nicht ausgedacht, müsse damit aber nun klarkommen.

Finanzminister Wolfgang Schäuble habe für die geplanten strengeren Regeln zur steuerlichen Verschonung von Firmenerben Optionen eingebaut. Die Bundesregierung wolle aber den Kernbereich schützen. Die Koalition halte an ihren Zeitplänen für die Reform fest. Kein Gesetz komme aus dem Gesetzgebungsverfahren so heraus, wie es hereingekommen ist. Der Bundesrat müsse schließlich zustimmen.

Die gemeinnützige Stiftung Familienunternehmen ist eine wirtschaftlich und politisch unabhängige Initiative von Familienunternehmen. Sie verfolgt satzungsgemäß drei wesentliche Ziele: Die Förderung des Austausches von Familienunternehmern, die Unterstützung von Forschungsaktivitäten und -institutionen, die sich mit diesem besonderen Unternehmenstypus befassen, und nicht zuletzt eine bessere Wahrnehmung der Familienunternehmen in Politik und Öffentlichkeit.

Freitag, 12. Juni 2015