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Tag der Deutschen Einheit

Zehntausende feiern in München

Ein stimmungsvoller Gottesdienst, ein Festakt in der Staatsoper und ein fröhliches Bürgerfest: München hat den Tag der Deutschen Einheit gebührend gefeiert. Ins Zelt der Bundesregierung kamen weit mehr als 50.000 Menschen.

Angela Merkel neben einem Mann in Tracht München war dieses Jahr Gastgeber für die Einheitsfeier Foto: Bundesregierung/Denzel

Freude und Dankbarkeit, die Wiedervereinigung erlebt zu haben - das empfindet Bundeskanzlerin Angela Merkel immer wieder. Zum Beispiel wenn sie Staatsgästen aus dem Ausland auf der Terrasse des Kanzleramtes zeigt, wo früher die Mauer verlief. Sie freue sich immer noch, "dass das heute nicht mehr der Fall - und damit Geschichte ist", erzählt sie in ihrem aktuellen Videopodcast zur Deutschen Einheit.

Mit das Schönste sei es, dass die junge Generation die Unterschiede zwischen Ost und West gar nicht mehr fühle und viel besser in die Deutsche Einheit hineinwachse. Doch gerade der jungen Generation müsse man erzählen, so die Kanzlerin, wie es damals war, als die Mauer noch stand.

Dank für den Mut der Bürgerrechtler

Freude und Dankbarkeit, diese Gefühle brachte auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer während des Festaktes in der Bayerischen Staatsoper zum Ausdruck. Dankbarkeit für den "großen Mut der Bürgerrechtsbewegung in der DDR". Freude darüber, dass Deutschland "jetzt ein freies und glückliches Land" sei.

Begonnen hatten die offiziellen Feierlichkeiten mit dem Ökumenischen Gottesdienst in der Jesuitenkirche St. Michael. Am anschließenden Festakt nahmen neben dem gastgebenden Bundesratspräsidenten Seehofer Bundespräsident Joachim Gauck, Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle teil. Mit ihnen feierten mehr als 1.500 Ehrengäste in der Bayerischen Staatsoper.

"Mutige Bürger rissen 1989 die Mauer nieder und stürzten eine Diktatur", sagte Lammert in seiner Festrede. Die Politik habe dann entschlossen und besonnen den Weg zur Einheit geebnet. Ebenso müsse auch die Einigung Europas weiter vorangetrieben werden. "Wir sind deutsche Europäer", sagte Lammert. "Die Weiterentwicklung Europas liegt in deutschem Interesse."

Bundesregierung feiert mit großem Zelt

Die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit finden seit 1990 in der Hauptstadt des Landes statt, das den Vorsitz im Bundesrat innehat. Das ist bis Ende Oktober Bayern, so dass München in diesem Jahr zum zweiten Mal nach 1996 Gastgeber ist.

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Unter dem Motto "Gemeinsam feiern im Freistaat Bayern" fand ein großes Bürgerfest statt. Alle Bundesländer präsentierten sich auf einer Ländermeile. Im Hofgarten luden Bundesregierung. Bundestag und Bundesrat wieder zu ihrem traditionellen Bürgerfest ein.

Die 14 Bundesministerien, das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, der Kulturstaatsminister und der Beauftragte für Bürokratieabbau informierten über politische Vorhaben und die Arbeit der Ministerien. Weit mehr als 50.000 Menschen kamen ins Zelt der Bundesregierung und machten die Feierlichkeiten damit zu einem vollen Erfolg.

Auch viele Bundesministerinnen und -minister besuchten das Bürgerfest. Sie nutzten die Gelegenheit, um mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Viel erreicht

Seit der Wiedervereinigung Deutschlands vor 22 Jahren ist das Zusammenwachsen weit vorangeschritten. Die Infrastrukturprojekte der Deutschen Einheit sind überwiegend fertig gestellt und in Betrieb. Seit 1991 wurden insgesamt 82 Milliarden Euro in die Schienenwege des Bundes, in die Bundesfern- und -wasserstraßen sowie in kommunale Straßen, S-, U- und Stadtbahnen investiert. Das hat auch viele Industrieansiedlungen mit sich gebracht.

Deutlich wird zugleich, dass es sehr unterschiedliche Entwicklungen gibt. In Sachsen zum Beispiel gab es im letzten Jahr zum ersten Mal etwas mehr Zuwanderung als Abwanderung. Wenn sich Regionen gut entwickeln – in Dresden, in Leipzig zum Beispiel oder in Chemnitz – dann ist das attraktiv für junge Leute - auch aus den alten Bundesländern. Das zeigt sich an den vielen Studenten, die inzwischen in den neuen Bundesländern die Hochschulen besuchen. Mit 30 Universitäten, 55 Fachhochschulen und fast 200 außeruniversitären Forschungseinrichtungen verfügt Ostdeutschland über ein dichtes Netz von Bildungs- und Forschungseinrichtungen.

Der Weg zur Einheit
Ermutigt durch die Reformpolitik des damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow, werden im Sommer 1989 auch in der DDR Forderungen der Menschen nach Veränderungen laut. Die Friedliche Revolution beginnt am 4. September in Leipzig mit "Montagsdemonstrationen". Mit dem Ruf "Wir sind das Volk" protestieren Woche für Woche mehr Menschen gegen die Diktatur und Misswirtschaft des SED-Regimes.

Am 7. November sieht sich die gesamte DDR-Regierung zum Rücktritt gezwungen. Zwei Tage später fällt in Berlin die Mauer. Die erste frei gewählte DDR-Volkskammer setzt den offiziellen Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 23. August auf den 3. Oktober 1990 fest.

Mittwoch, 03. Oktober 2012