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Think20-Dialogforum

Wohlstand durch Globalisierung

Zwei Tage lang haben Forschungsinstitute und internationale Thinktanks Empfehlungen an die G20 diskutiert. Dabei ging es um die Lösung globaler Herausforderungen. Für die Bundeskanzlerin gibt es vor allem einen Ansatz: den Multilateralismus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel steht hinter einem Rednerpult beim Global Solution Summit. Kanzlerin Merkel beim Global Solutions Summit in Berlin. Foto: Bundesregierung/Kugler

Rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft sind zur Global Solutions Konferenz zusammengekommen, um unter dem Motto "Sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt in Einklang bringen – Auf dem Weg zu einem neuen internationalen Paradigma" über die großen Herausforderungen unserer Zeit zu diskutieren. Dabei ging es beispielsweise darum, wie man die Globalisierung sozialer gestalten, das globale Handelssystem stärken und den Ursachen und Folgen des Klimawandels am besten begegnen kann. Auch die globalen Nachhaltigkeitsziele waren Thema.

Ziel des Dialogforums ist die Erarbeitung von Politikempfehlungen für den G20-Prozess. Diese Empfehlungen sind insbesondere auf sozioökonomische Fragestellungen des Zusammenschlusses ausgerichtet.

Verantwortungsgemeinschaft und Multilateralismus

"Wir brauchen eine gemeinsame Verantwortung für die Welt", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede bei der Global Solutions Konferenz. Das bedeute, miteinander im Gespräch zu bleiben und gemeinsam Lösungen zu finden. Wer sich für den Multilateralismus einsetze, müsse auch mit Kompromissen gut umgehen können, denn es werde "nie zu 100 Prozent die eigene Lösung herauskommen", betonte Merkel.

Derzeit stehe der Multilateralismus unter Druck, weil sich in den letzten Jahren eine Betrachtung durchzusetzen begonnen habe, dass man als nationaler Akteur mehr für seine Interessengemeinschaft erreichen könne. "Diesen systemischen Wettbewerb - das ist ja ein Wettbewerb zweier Systeme des Denkens – müssen wir einfach aushalten und austragen", erklärte Merkel.

Afrika partnerschaftlich fördern

"Mir persönlich ist es besonders wichtig, dass wir die Entwicklung des afrikanischen Kontinents fördern", sagte Kanzlerin Merkel weiter. Man müsse "die afrikanischen Länder auch dazu ermutigen, Vertrauen in ihre Zivilgesellschaft zu entwickeln." 

Afrika sei ein junger Kontinent mit vielen junge Menschen. Deren Kreativität müsse man aufnehmen und sagen: "Jawohl, das kann für uns Inspiration sein; das kann für uns auch Antrieb sein." Aktuell sei die Bereitschaft in Europa dazu noch nicht ausreichend, so die Kanzlerin.

Klimakabinett für Klimaschutzziele

Mit Blick auf die deutschen Klimaschutzziele 2030 kündigte Merkel die Bildung eines Klimakabinetts und die Verabschiedung eines Klimaschutzgesetzes "oder mehrerer Gesetze" an. 

Im Bereich des Verkehrs stehe Deutschland als Transitland vor enormen Herausforderungen. Trotz aller Reduktionen pro Fahrzeug seit 1990 habe es in Deutschland keine Emissionsreduzierung in diesem Sektor gegeben, weil diese Reduktionen durch den zunehmenden Verkehr "aufgefressen wurden", erklärte Merkel. Eine zukünftige Einsparung des CO2-Ausstoßes sei nur durch Elektromobilität und neue Antriebstechnologien zu schaffen. 

Gemeinsame Perspektive schaffen

In ihren Empfehlungen für die G20 führten die Fachleute schon 2017 aus, dass es an der Zeit sei, eine gemeinsame Perspektive zu entwickeln. Diese sollte auf drei einfachen Gedanken beruhen: Erstens hänge die Zukunft der Menschheit davon ab, dass die globalen Gemeingüter, zu denen Weltwirtschaft und Biosphäre zählen, stabilisiert und bewirtschaftet werden. Sie bilden die Voraussetzung für Frieden, Sicherheit und menschliches Wohlergehen in der Zukunft. Zweitens erfordere die Bewirtschaftung dieser Gemeingüter Investitionen in eine umfassende Kultur globalen Handelns. Und drittens werde globale Regierungsführung von oben herab nicht funktionieren, solange nicht der Mensch in den Mittelpunkt des Globalisierungsprozesses rückt.

Die Think20 (T20) ist ein politisch unabhängiges Netzwerk von Thinktanks aus den G20-Ländern. Seit 2012 organisiert es einen Dialog unter seinen Mitgliedern und entwickelt Lösungsvorschläge zur Bewältigung globaler Herausforderungen. Die deutsche Bundesregierung hatte das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) sowie das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) gebeten, den T20-Prozess während der deutschen G20-Präsidentschaft 2017 in die Hand zu nehmen.

Dienstag, 19. März 2019