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Wissenschaftlerinnen

Wissenschaft braucht Ideen von Frauen

Trotz hervorragender Abschlüsse sind Frauen in wissenschaftlichen Führungspositionen unterrepräsentiert. Ein neues Internetportal für herausragende Wissenschaftlerinnen soll Abhilfe schaffen. Bundeskanzlerin Angela Merkel gab in Berlin den Startschuss für AcademiaNet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel Merkel startet neues Internetportal für Wissenschaftlerinnen Foto: REGIERUNGonline/Eckel

Die Kanzlerin zeigte sich erfreut über AcademiaNet. Das neue Internetportal bietet Wissenschaftlerinnen die Möglichkeit, sich auf einer seriösen Plattform zu präsentieren. Es erleichtert den Forscherinnen den Weg zu wissenschaftlichen Führungspositionen, Gremien und Kommissionen.

Entscheidungsträger aus Wissenschaft und Industrie erhalten mit der Datenbank einen schnellen kostenlosen Zugang zu Profilen der Wissenschaftlerinnen.

AcademiaNet startete mit 500 Profilen herausragender Wissenschaftlerinnen aller Disziplinen. 

Alle Talente fördern 

Laut Statistik  beenden mehr Frauen als Männer ein Studium. Bei Promotionen beträgt der Frauenanteil dann nur noch 42 Prozent, bei den Habilitationen gut 23 Prozent und bei den Professuren etwas mehr als 17 Prozent.

"Je höher der Qualifikationsgrad, umso dünner wird die Luft für die Frauen", resümierte Merkel. Es sei auch eine Frage der Gerechtigkeit gegenüber den Frauen, ihnen verstärkt Chancen zu geben.

"Nur wenn wir alle Talente fördern, nutzen wir die Chance, insgesamt ein lebendiger und innovativer Wissenschaftsstandort zu bleiben", hob die Kanzlerin hervor. "Die Wissenschaft bleibt unter ihren Möglichkeiten, wenn sie nur männlich ist. Sie fördert nur die Hälfte der Talente." Deshalb sei eine gute Wissenschaftslandschaft in Deutschland auf Frauen angewiesen. 

Merkel rief auch Frauen in der Wissenschaft dazu auf, führende Positionen anzustreben. "Trauen Sie sich, es macht Spaß, eine Stufe weiter dabei zu sein." 

Initiatoren des Internetportals AcademiaNet sind die Robert-Boschstiftung und Spektrum der Wissenschaft. Zum Aufbau und zur Etablierung des Internetportals AcademiaNet stellt die Robert Bosch Stiftung 340.000 Euro für zunächst 3,5 Jahre zur Verfügung. Das Projekt läuft im Zeitraum von November 2009 bis Mai 2013.

Es wird von einem wissenschaftlichen Lenkungsausschuss begleitet, in dem  große deutsche Forschungsorganisationen und forschungsnahe Industrieverbände vertreten sind. Diese Partnerorganisationen haben sich gemeinsam mit der Stiftung auf Aufnahmekriterien für das Internetportal verständigt. Anschließend nominieren die beteiligten Organisationen anhand dieser Kriterien geeignete Forscherinnen beziehungsweise Gruppen von Forscherinnen für das Internetportal. Ein Selbsteintrag ist nicht möglich.

AcademiaNet

Frauen in der Wissenschaft stärken

Es ist ein zentrales Anliegen der Bundesregierung, Frauen in der Wissenschaft zu fördern, betonte Merkel. Sie wies auf schon laufende Programme und Initiativen hin.

2008 startete das Bundesbildungsministerium den nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik. Das Bündnis von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien strebt an, junge Frauen für naturwissenschaftliche und technische Studiengänge zu begeistern.

Frauen in MINT-Berufe

Mit dem Professorinnenprogramm fördern Bund und Länder mittlerweile 230 Professorinnen und stärken mit Erfolg die Gleichstellungsstrukturen an den beteiligten Hochschulen.

Professorinnen-Programm

Auch durch die Exzellenzinitative, dem Pakt für Forschung und Innovation und dem Hochschulpakt erfahren  Wissenschaftlerinnen Unterstützung.

Exzellenzinitiative  

Dienstag, 02. November 2010