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150 Jahre Bayer

Wissen schafft Wohlstand

Deutschland braucht neue Ideen und Erfindungen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Festakt zum 150. Firmenjubiläum der Bayer AG in Köln. Die Bundesregierung arbeite an den Rahmenbedingungen, unter denen die Unternehmen im weltweiten Wettbewerb bestehen können.

Die Bundeskanzlerin während ihrer Rede. Bundeskanzlerin Merkel während ihrer Rede zum 150-jährigen Jubiläum der Bayer AG Foto: Bundesregierung/Denzel

"Bei allen Herausforderungen, vor denen wir stehen, setzen wir nicht auf das Prinzip Hoffnung, sondern auf neue Ideen und neue Erfindungen", sagte die Bundeskanzlerin. Deshalb sei Wissen für Deutschland die wichtigste Ressource. "Wissen schafft Wohlstand, und dafür sind Bildung und Forschung zentrale Bausteine einer zukunftsorientierten Politik."

Einsatz für Bildung und Forschung

13 Milliarden Euro mehr für Bildung und Forschung in dieser Legislaturperiode, "das ist der größte Anstieg, den es jemals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gab", so Merkel. Zudem habe die Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern die Mittel für den Hochschulpakt aufgestockt. "Dadurch werden weitere 300.000 Studienplätze entstehen."

Auch die duale Ausbildung - zweite Säule des beruflichen Bildungssystems - müsse gestärkt werden. "Das duale Ausbildungssystem verschafft sich gerade einen weltweiten Ruf, und deshalb wird es wichtig sein, dass wir es in Deutschland auch weiterhin hegen, pflegen und weiterentwickeln", sagte die Bundeskanzlerin.

Bezahlbare Energie

Die Chemieindustrie müsse auch in Zukunft in Deutschland fest beheimatet bleiben, sagte Merkel mit Blick auf Unternehmen wie Bayer. Dazu gehörten vertretbare und wettbewerbsfähige Energiepreise. "Deshalb werden wir auch in Brüssel entschieden dafür kämpfen, dass die Ausnahmeregelungen für die energieintensive Industrie weiterhin Gültigkeit haben, denn sie sind eine Voraussetzung für weltweite Wettbewerbsfähigkeit."

Noch bessere Gesundheitsversorgung

"Wir sind in Deutschland führend in der Gesundheitsversorgung", so Merkel weiter. Angesichts des demografischen Wandels werde díes für Deutschland immer wichtiger. Merkel nannte die Neuorganisation der finanziellen Basis des Gesundheitssystems und die besseren Strukturen für eine möglichst wohnortnahe medizinische Versorgung als wichtige Weichenstellungen. Dazu gehörten auch Anreize zu einer qualitativ besseren Versorgung.

"Dabei ganz wesentlich ist natürlich die Pharmaindustrie", so Merkel weiter. Sie leiste ihren Beitrag zu einer besseren Gesundheitsversorgung. Die Kosten des Gesundheitssystems müssten beherrschbar bleiben.

Die chemische Industrie in Deutschland ist mit 430.000 Beschäftigten wesentliches Standbein der deutschen Wirtschaft. Nur 15 Prozent ihrer Produkte kann der Verbraucher direkt kaufen, wie zum Beispiel Lacke, Farben oder Körperpflegemittel. Der Großteil der Produktion wird an industrielle Weiterverarbeiter geliefert, vor allem in den Maschinenbau, die Textilwirtschaft und die Verpackungsindustrie. Die chemische Industrie gibt jährlich rund neun Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus. Mehr als 20 Prozent der gesamten Chemieproduktion entfallen auf pharmazeutische Erzeugnisse.

Freihandelszone und Datenschutz

Das transatlantische Freihandelsabkommen sei ein wichtiges Projekt, führte die Kanzlerin aus. Eine Freihandelszone zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Europa "wäre ein großer Zugewinn, auch für die Möglichkeiten des Wachstums".

Angesichts der aktuellen Diskussion um die Tätigkeit der US-Geheimdienste verwies Merkel darauf, dass das digitale Zeitalter auch völlig neue Herausforderungen mit sich bringe. "Deshalb muss das Thema des Datenschutzes in diesen Besprechungen auch eine zentrale Rolle spielen", so Merkel.

Freiheit und Sicherheit müssten immer in einer Balance gehalten werden, auch in einer immer offeneren Welt. Sie unterstrich: "Deshalb bin ich dem Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor Terror ebenso verpflichtet wie dem Schutz der Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger, und dabei heiligt der Zweck wirklich nicht die Mittel." Auf deutschem Boden gelte immer deutsches Recht. "Und das werden wir einfordern."

150 Jahre Bayer: Am 1. August 1863 gründeten der Kaufmann Friedrich Bayer und der Färber Johann Friedrich Weskott in Wuppertal-Barmen die Firma "Friedr. Bayer et. comp.". Was als kleine Farbenfabrik begann, ist heute ein Weltkonzern mit mehr als 110.000 Mitarbeitern. Das Unternehmen gehört zu den weltweit führenden Herstellern von beispielsweise Arzneimitteln, Saatgut und Pflanzenschutzmitteln. Seit 1912 hat Bayer seinen Hauptsitz in Leverkusen.

Dienstag, 16. Juli 2013