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Wiederaufbauhilfe für ein italienisches Dorf

Das Gipfeltreffen der G8 findet dieses Jahr in L’Aquila in den italienischen Abruzzen statt. Die Region war im April von einem schrecklichen Erdbeben heimgesucht worden. Vor Beginn der Beratungen besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel das beinahe vollständig zerstörte Dorf Onna, wo das Technische Hilfswerk den Wiederaufbau unterstützt.

Merkel Berlusconi besichtigen in Onna Erdbebenschäden Erdbeben verursachte große Schäden Foto: picture-alliance/ dpa

Für Merkel war es wichtig, sich einen persönlichen Eindruck vom Ausmaß der Zerstörungen zu verschaffen. "Das wird uns beflügeln, alles daranzusetzen, dass wir schnell helfen."

Das deutsche Engagement in Onna hat auch einen historischen Hintergrund. In der kleinen Ortschaft ermordeten Soldaten der Deutschen Wehrmacht am 11. Juni 1944 17 Zivilisten.

Aus Feinden wurden enge Freunde

"Onna ist ein Beispiel für die schreckliche Zerstörung durch das Erdbeben", sagte Merkel nach einem Rundgang. Doch sie sei dankbar, dass Deutschland 65 Jahre nach dem Massaker zeigen kann: "Die Welt hat sich verändert, Deutschland kann hier helfen."

Das Erdbeben vom Juni zerstörte 90 Prozent der Gebäude. Von den rund 280 Einwohnern kamen 41 ums Leben. Jede Familie hat Opfer zu beklagen. Die Überlebenden sind in Zelten auf einer Wiese am Ortsrand untergebracht. Das Technische Hilfswerk unterstützt das Dorf beim Aufbau von Baracken, damit die Menschen zum Winter ein Dach über dem Kopf haben.

Den Wiederaufbau der Kirche in Onna unterstützt die Bundesregierung mit drei Millionen Euro. Für die Kanzlerin ein Engagement von hoher Symbolkraft: "Jetzt können wir endlich etwas aufbauen, wo wir früher etwas zerstört haben."

Das Technische Hilfswerk war bereits kurz nach dem Erdbeben in Onna aktiv geworden. Der Einsatz dürfte noch einige Monate dauern. Es ist das einzige ausländische Team, das in der Region zugelassen ist. 

Mittwoch, 08. Juli 2009