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EU-Projekttag

Vielfalt ist Europas Stärke

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zum EU-Projekttag mit Berliner Schülerinnen und Schülern über die Zukunft Europas diskutiert. Ihr Fazit: "Ich konnte mich davon überzeugen, wie Europa hier im Schulalltag praktisch gelebt wird."

Angela Merkel während der Diskussion mit Schülerinnen und Schülern. Europa wird von einer Gemeinschaft getragen Foto: Bundesregierung/Denzel

Pünktlich um 11 Uhr betritt die Bundeskanzlerin das Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium in Berlin-Lichtenberg. 150 Schülerinnen und Schüler empfangen sie mit Trommelwirbel und Begeisterung. Zunächst informiert sich Merkel über die Schulprojekte wie "CertiLingua" oder "Go Green".

Im Projekt von Gesine Knauer und Seraphine Schuster geht es um die ökologische Lebensmittelproduktion. Unter dem Motto "Go Green" haben deutsche, polnische und lettische Jugendliche ihre Sichtweise auf nachhaltige Ernährung, Entwicklungs- und Klimapolitik erarbeitet. Dass es manchmal schwierig ist, eine gemeinsame Position zu verabschieden, kann Angela Merkel nur bestätigen.

In Zukunft mehr Europa

Eine lebendige und interessante Debatte entwickelt sich während der Podiumsdiskussion über Europa. Auf die einleitende Frage, ob wir zukünftig mehr oder weniger Europa haben werden, antwortet die Kanzlerin entschieden: "Es wird mehr Europa geben." Europa sei ein Projekt, das von einer Gemeinschaft getragen werde.

Und die Kanzlerin fügt hinzu: "Auf lange Sicht geht es uns in Deutschland nur gut, wenn es auch Europa gut geht." Deutschland müsse seine Wettbewerbsfähigkeit ausbauen, um gegenüber aufstrebenden Nationen wie Indien und China konkurrenzfähig bleiben zu können.

Zahlreiche Themen kommen in der Diskussion zur Sprache, zum Beispiel die Eurokrise, Einwanderung und Asylpolitik sowie Klimafragen.

Persönlicher Ansporn für die Kanzlerin

Für die Schülerinnen und Schüler vergeht die Zeit viel zu schnell. Schulsprecherin Katja Hertha sagt: "Wir waren begeistert. Die Diskussion mit der Bundeskanzlerin war eine tolle Sache."

Nach 90 Minuten bedankt sich Angela Merkel für den herzlichen Empfang: "Ich konnte mich davon überzeugen, wie Europa hier im Schulalltag praktisch gelebt wird - sei es durch das Erlernen von Sprachen, sei es durch europäische Projekte, die hier ganz selbstverständlich an der Tagesordnung sind. Das Schönste für mich ist, dass ich weggehe und sage: Hier sind Schülerinnen und Schüler, die in ihrer ganz großen Mehrheit ein gutes Europa wollen", so Merkel. Das sei für sie auch ein persönlicher Ansporn.

Im Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium in Berlin-Lichtenberg lernen mehr als 750 Schülerinnen und Schüler. Das Gymnasium ist eine sprachlich orientierte Schule: Neben der ersten Fremdsprache Englisch stehen auch Russisch, Französisch und Spanisch auf dem Lehrplan. Bilingualen Unterricht gibt es ab der 5. Klasse. Erdkunde, Geschichte und Politische Weltkunde werden in englischer Sprache angeboten.

Seit 2010 vergibt das Gymnasium neben dem Abitur-Zeugnis das "CertiLingua". Diese ist ein Nachweis über ausgezeichnete Kompetenzen in zwei Fremdsprachen sowie europapolitische und internationale Kenntnisse.

Zahlreiche Politiker sprechen über Europa

Anlässlich des EU-Projekttages sprechen auch Bundesministerinnen und -minister mit Jugendlichen über Europa. Mitglieder des Deutschen Bundestages, des Europäischen Parlaments und der Landtage sowie die Regierungschefs der Bundesländer beteiligen sich ebenfalls. Und auch deutsche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EU-Institutionen besuchen Schulen.

Die stellvertretende Regierungssprecherin Sabine Heimbach war in der Marcel-Breuer-Schule in Berlin-Pankow zu Gast, einem Oberstufenzentrum (OSZ) für Holztechnik, Glastechnik und Design. Der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter besucht am 7. Mai das OSZ "Gesundheit" in Berlin-Wedding.

Der EU-Projekttag ist inzwischen gute Tradition. In diesem Jahr findet er bereits zum siebten Mal statt. Der Projekttag geht auf eine Initiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel zurück. Er fand erstmals 2007 während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft statt. Inzwischen ist er ein fester Termin in der Europa-Woche im Mai.

Hinweise für Lehrerinnen und Lehrer

Der Projekttag ist offen für alle Schultypen und Klassenstufen. Die Politikerinnen und Politiker entscheiden selbst, welche Schule sie besuchen möchten.

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat eine Materialsammlung von europapolitischen Publikationen zusammengestellt. Alle Schulen können ein Ansichtsexemplar dieses Pakets kostenfrei anfordern. Je nach Bedarf können die Schulen weitere Sätze der zum Teil kostenpflichtigen Materialien bei der Bundeszentrale bestellen.

Montag, 06. Mai 2013