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Videogrußwort von Bundeskanzlerin Merkel anlässlich des ILO Global Leaders Day am 8. Juli 2020

Redner:
Angela Merkel
Datum:
Mittwoch, 08. Juli 2020

Sehr geehrter Herr Generaldirektor,
sehr geehrte Damen und Herren,

im letzten Jahr feierte die Internationale Arbeitsorganisation ihr 100. Gründungsjubiläum. In all den Jahren ihres Bestehens hat die ILO viel erreicht. Gleichwohl gibt es in der internationalen Arbeitswelt nach wie vor viel zu tun. Das gilt jetzt - inmitten der Coronavirus-Pandemie - mehr denn je.

In ihrer Folge fallen Arbeitsplätze und Einkommen weg und drohen Armut und Kinderarbeit wieder zuzunehmen. Nicht zuletzt fragen sich viele Arbeitnehmer angesichts der Pandemie, wie sie ihrem Beruf nachgehen können, ohne die eigene Gesundheit oder die Gesundheit anderer Menschen zu gefährden.

Um bei dieser Frage Unternehmen und Beschäftigten Orientierungshilfen zu geben, haben wir in Deutschland einen Arbeitsschutzstandard entwickelt, der konkret auf die neuen Arbeitsumstände ausgerichtet ist.

Dabei war es uns wichtig, die Sozialpartner einzubeziehen. Wie die ILO setzen auch wir hierzulande auf das Prinzip der Sozial¬partnerschaft. Die lösungsorientierte Zusammenarbeit von Arbeitgebern und Arbeitnehmern hat bei uns seit vielen Jahren Tradition. Und ich baue darauf, dass sich die Sozialpartnerschaft auch in der jetzigen Krise bewährt.

So wichtig nationale Vorgehensweisen auch sind, so unerlässlich bleibt es zugleich, Schutz und Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern als Themen von weltweiter Relevanz zu behandeln.

Deshalb kann ich nur begrüßen, dass die ILO auch Leitlinien zum Arbeitsschutz während der Pandemie erarbeitet hat.

Denn es gilt zu verhindern, dass aus der Corona-Krise eine soziale Krise wird. Das kann uns nur als breites Gemeinschaftswerk gelingen.

Und so führt uns die Pandemie einmal mehr – wenn auch besonders schmerzlich – vor Augen, wie sehr es auf internationale Zusammenarbeit und gemeinsame Regelungen ankommt, die für alle Nutzen stiften.

Daher brauchen wir internationale Organisationen wie die ILO als Impulsgeber, um zum Beispiel Standards zu formulieren und Best-Practice-Beispiele aufzuzeigen.

Wir brauchen internationale Organisationen, die darauf drängen, gemeinsame Herausforderungen auch wirklich gemeinsam anzugehen.

Ob es um kurzfristige Aufgaben geht oder um die Jahrhundertinitiative zur Zukunft der Arbeit – in Deutschland wissen wir um die Verdienste der ILO, die sie sich in ihrem Einsatz für eine menschliche Gestaltung der Arbeitswelt erworben hat.

Deshalb hat die Internationale Arbeitsorganisation auch weiterhin unsere Unterstützung.

Vielen Dank!

Mittwoch, 08. Juli 2020