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Videobotschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich der World Health Assembly 2020 am 18. Mai 2020

Redner:
Angela Merkel
Datum:
Montag, 18. Mai 2020
Ort:
Berlin

Sehr geehrter Herr Generaldirektor Tedros,
Exzellenzen,
sehr geehrte Damen und Herren,

wir erleben eine globale Krise. Fast fünf Millionen Menschen weltweit, die sich – Stand heute - mit dem Coronavirus infiziert haben und – ebenfalls Stand heute - rund 300.000 Todesfälle weltweit, außerdem geschlossene Grenzen und herbe Einschnitte im Wirtschafts- und Alltagsleben zeigen, dass kaum ein Land von der Pandemie und ihren Folgen verschont bleibt.

Diese Krise kann kein Land allein lösen, wir müssen gemeinsam handeln. Daher danke ich Ihnen allen, die Sie an der Weltgesundheitsversammlung teilnehmen, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Dabei kann uns helfen, dass die Ebola-Epidemie in Westafrika im Jahre 2014 zu notwendigen Reformen der WHO geführt hat. Auch die G7- und die G20-Staaten haben das Thema Gesundheit zu einer Priorität gemacht. Und auf der UN-Generalver-sammlung im letzten Jahr haben wir den „Globalen Aktionsplan für ein gesundes Leben und das Wohlergehen aller Menschen“ verabschiedet.

Gleichwohl zeigt die Coronavirus-Pandemie noch einmal besonders nachdrücklich, dass wir weltweit noch mehr tun müssen –
für bessere Frühwarn-Mechanismen und Präventions-Maßnahmen,
für mehr Forschungs-Kooperation,
für stärkere Gesundheitssysteme.

Die Weltgesundheitsorganisation ist die legitimierte globale Institution, bei der die Fäden zusammenlaufen. Weil das so ist, müssen wir immer wieder prüfen, wie wir die Abläufe in der WHO weiter verbessern können. Dazu gehört auch, für ein nachhaltiges Finanzierungssystem zu sorgen.

Am dringendsten aber ist jetzt natürlich, die Coronavirus-Pandemie einzudämmen:

Hierfür bedarf es weltweit geeigneter Dia­gnostika und Therapeutika.
Außerdem gilt es, einen Impfstoff zu entwickeln, der natürlich für alle zugänglich und bezahlbar sein muss. Nicht zuletzt müssen wir die vielfältigen wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie gemeinsam abfedern.

Wie wir mit der Herausforderung umgehen, wird unsere nationalen Gesellschaften wie auch die internationale Gemeinschaft prägen.

Ich bin überzeugt, dass wir die Coronavirus- Pandemie überwinden werden. Je mehr wir global gemeinsam daran arbeiten, umso schneller und besser wird uns das gelingen.

Ich ermuntere alle, sich daran zu beteiligen! Und ich danke allen, die zum globalen Gemeinwohl beitragen!

Montag, 18. Mai 2020