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Nationaler IT-Gipfel

Vernetzung schafft Wachstum

Leistungsfähige Informations- und Kommunikationstechnologien sind elementare Faktoren für Innovation und neues Wachstum. Ebenso wichtig wie die "IKT" ist nach Überzeugung von Bundeskanzlerin Angela Merkel die Medienkompetenz der Menschen – und Vertrauen in die Sicherheit der Netze.

Kanzlerin ruft die 115 an einem Bildtelefon an. Gewählt: die einheitliche Behördennummer 115 Foto: REGIERUNGonline/Kugler

Stimmt das Know-how und die Rahmenbedingungen, kann die IKT-Wirtschaft zum Innovationsmotor für die gesamte Volkswirtschaft werden. Dafür setzt die Bundesregierung auf den konsequenten Ausbau des Breitbandnetzes, auf intelligente Netze und Investitionen in Forschung und Entwicklung. So steht es in der „Stuttgarter Erklärung“, die Politik und Wirtschaft beim 4. Nationalen IT-Gipfel verabschiedetet haben.

„Intelligente Infrastrukturen und innovative IKT-Lösungen Prozesse bieten den Schlüssel für die Bewältigung der Herausforderungen der Zukunft“, erklärte die Kanzlerin bei dem Branchengipfel. Und das in allen Lebensbereichen: bei Klimaschutz und Energieeffizienz, auf den Feldern Gesundheit, Mobilität und Sicherheit.

Die Bundesregierung werde beim E-Government jedenfalls vorbildlich vorangehen, sicherte Merkel zu. Angefangen bei der einheitlichen Behördenrufnummer 115 über digitalisierte Gerichtsverfahren bis zur sicheren E-Mail („De-Mail“) gebe es dafür viele ermutigende Beispiele.

Lebensader Breitband

Kanzlerin am Rednerpult Bild vergrößern Bundeskanzlerin Angela Merkel Foto: REGIERUNGonline/Kugler

Die Bundeskanzlerin kündigte an, den Ausbau der Breitbandinfrastruktur in ganz Deutschland weiter voranzutreiben. Die im Februar dieses Jahres gestartete Breitbandstrategie sei bereits gut vorangekommen. Das kurzfristige Ziel, bis Ende 2010 flächendeckend leistungsfähige Anschlüsse zu schaffen, sei in Reichweite.

Mittelfristig sieht die Breitbandstrategie Hochleistungsnetze von mindestens  50 Megabit pro Sekunde für drei Viertel der Bevölkerung bis Ende 2014 vor.

Branchenübergreifende Innovationen

Zu voller Geltung kämen die Stärken deutscher Ingenieurskunst erst, wenn die IKT-Branche sich noch enger mit den anderen Wirtschaftszweigen vernetze, sagte Merkel.

Brüderle warb in Stuttgart ebenfalls für branchenübergreifende Zusammenarbeit der Unternehmen, um innovative Entwicklungen voranzutreiben. Es gelte, die IKT bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen gleich von Anfang an mitzudenken. Dann habe der Sektor das Zeug zu einem „Turbo“ für die Wirtschaftsentwicklung. 

Laut einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) können in den nächsten zehn Jahren mit den IKT europaweit eine Million neue Jobs entstehen. Ein Drittel davon prognostizieren die Fachleute für Deutschland.

Neue IT-Strategie kommt

Bis zum Sommer 2010 will die Bundesregierung ihre neue IKT-Strategie im Detail vorlegen. Sie soll die Stärken und Schwächen des IKT-Standortes Deutschland benennen. Gleichzeitig bündelt sie die Digitalisierungsanstrengungen der verschiedenen Ministerien, um den deutschen IKT-Sektor wieder an die Weltspitze zu bringen.

Derzeit attestieren Fachleute dem IT-Standort Deutschland im internationalen Vergleich eine nur durchschnittliche Leistungsfähigkeit. Nach einer Studie der Infratest Forschung im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums nimmt Deutschland unter den weltweit führenden 15 IKT-Nationen Platz 7 ein.

Green IT, Made in Germany

Allerdings hat die Branche der Problemlöser mittlerweile selbst ein Problem: Die Informations- und Kommunikationsanwendungen verbrauchen mittlerweile 10  Prozent des Stroms hierzulande, Tendenz steigend. Auch sie benötigen deshalb drastische Effizienzsteigerungen.

Im Zuge der Initiative „IT2Green“ lassen sich dafür technologisch erhebliche Synergien schaffen. Und je mehr Firmen sich beteiligen, desto größer ist die Chance, dass sich umweltverträgliche IKT zu einem neuen Markenzeichen für den Standort Deutschland entwickelt.

Schon heute zeigt das Leuchtturmprojekt „e-Energy“  in sechs Modellregionen, wie intelligente Netze der Zukunft aussehen könnten. Dabei werden beispielsweise Kühlhäuser als Speicher für schwankend erzeugten Strom aus erneuerbaren Energiequellen genutzt. Das spart den Einsatz teurer und fossiler Regelenergie.

Sicherheit und Vertrauen zählen

Bundesinnenminister Thomas de Maizière warb unterdessen für mehr Sicherheit im Netz. „Wir brauchen eine neue Vertrauensbasis zwischen Staat und Internetnutzer“, so der Minister.

Den Generalverdacht, der Staat wolle alle Netznutzer überwachen, will der Innenminister auszuräumen. Andererseits müsse klar sein, dass auch das Netz nicht ohne Regeln funktioniert.

Dienstag, 08. Dezember 2009