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Girls' Day

Telemedizin im Kanzleramt

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat 24 Mädchen aus Berliner Schulen zum Auftakt des Girls' Day eingeladen. Unternehmen stellten ihnen in einem Rundgang technische Berufe vor. Mädchen sind ideenreich, kreativ und haben Fingerspitzengefühl, sagte Merkel.

Zwei Mädschen sprechen mit der Bundeskanzlerin. Die Schülerinnen im Gespräch mit der Kanzlerin Foto: Bundesregierung/Denzel

Auf der kleinen Tribüne des Kanzleramtes, die für den Fototermin aufgestellt wurde, summt es wie im Bienenhaus. 24 Mädchen aus unterschiedlichen Schulen Berlins warten aufgeregt auf ihren Bildtermin mit der Bundeskanzlerin. Dann kommt sie und begrüßt die Mädchen. "Wir machen im Kanzleramt den Girls' Day einen Tag vorher. Wir sind unserer Zeit voraus", so Merkel.

In naturwissenschaftliche Berufe "hineinschnuppern"

Zum 13. Mal wird am 25. April der bundesweite "Girls' Day - Mädchen-Zukunftstag" starten. An diesem Tag sollen Schülerinnen der 5. bis 10. Klassen einfach einmal in naturwissenschaftlich-technische Berufe "hineinschnuppern". Noch sind sie darin sowohl in Ausbildung als auch später im Job in der Unterzahl.

Zu wenig Studienanfängerinnen für Elektrotechnik

Die Bundeskanzlerin sagt, dieser Tag solle anregen, über die eigene Schulzeit hinaus an den späteren Beruf zu denken. "Ideen haben Mädchen genauso wie Jungs. Auch Kreativität und Fingerspitzengefühl", sagt Merkel.

Sie bittet die Schülerinnen einmal zu schätzen, wie viele Frauen es unter den 29.600 Studienanfängern für Elektrotechnik im Jahr 2011 gegeben habe. Zahlen von 9.000, 11.000, 13.600 werden genannt. Im Preisrätsel, das die Mächen vorher schriftlich ausgefüllt haben, liegt Hounayda Mansour mit 4.000 der Anfängerzahl am nächsten. Es waren tatsächlich 2.891, also weniger als 11 Prozent. Die Klasse von Hounayda kann sich freuen: Sie fährt demnächst für einen Tag in die Experimentierlandschaft phæno in Wolfsburg.

Videokonferenz und Netzwerkanalyse

Was haben die Mädchen einen Tag lang im Kanzleramt gemacht? Sie haben sich in einem Rundgang bei verschiedenen Unternehmen informiert und ausprobiert. Senem, Monique und Meldyie haben sich bei der Telekom mit Datenübertragung für Videos beschäftigt. Senem und Monique sind dennoch nicht überzeugt, später einen technischen Beruf zu wählen. Meldyie ist noch ganz offen in ihrem Berufswunsch.

Justine und Man Wai Tsui haben sich am Stand von Nokia Siemens Networks erklären lassen, wie man die Netzqualität in einem bestimmten Gebiet steuert. Sie dürfen sogar ein Video-Interview mit der Kanzlerin machen. Dabei gelingt Merkel das Kunststück, den Mädchen in 30 Sekunden zu erklären, wie sie von der Physikerin zur Bundeskanzlerin geworden ist.

Bundeskanzlerin skypt mit Hautspezialisten in Greifswald

An anderen Stationen wird den Schülerinnen moderne Sicherheitstechnik von der Bundespolizei vorgeführt.

Die Techniker Krankenkasse hat gemeinsam mit dem mobilen Dermatologie-System Derma Skin vorbereitet, wie Telemedizin funktioniert. Nicht nur die Mädchen, auch die Kanzlerin zeigt sich sehr interessiert, als plötzlich per Skype ein Hautspezialist der Uniklinik Greifswald zugeschaltet wird. Er soll in der simulierten Situation einen in hochauflösender Qualität aufgenommenen Leberfleck begutachten.

Der Girls' Day und seine Geschichte
Mädchen lernen technische Berufe wie Ingenieurin, Schornsteinfegerin oder Feinwerkmechanikerin kennen. Datum dafür ist jedes Jahr der vierte Donnerstag im April. 2014 findet der Girls' Day wegen der Osterferien schon am 27. März statt.

2001 gab es in Deutschland den ersten "Girls' Day - Mädchen-Zukunftstag". Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Initiative D21 starteten gemeinsam diese bundesweite Aktion. Von Beginn an wurde sie vom Kompetenzzentrum Frauen in Informationsgesellschaft und Technologie koordiniert.

Erste Anstöße zum Girls' Day kamen aus den Frauen-Technik-Netzwerken, angeregt durch das Beispiel des ehemaligen amerikanischen "Take-Our-Daughters-To-Work-Day". Bereits seit 1993 besuchen Schülerinnen in den USA an diesem Tag den Arbeitsplatz ihrer Eltern oder Bekannten. Einzelne Firmen in Deutschland führten bereits einen solchen Tag nach dem amerikanischen Modell durch (Lucent Technologies, DESY und andere) und sammelten erste gute Erfahrungen.

Mittwoch, 24. April 2013