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Tag der Deutschen Einheit

Tausende feierten beim Bürgerfest in Hannover

"Vereint in Vielfalt" das war das Motto der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Hannover. Im Mittelpunkt stand die Erinnerung an "25 Jahre Freiheit und Einheit". Auf dem Bürgerfest präsentierte sich traditionell auch die Bundesregierung.

Besucher gehen vor dem Zelt der Bundesregierung auf dem Bürgerfest in Hannover zum Tag der deutschen Einheit. Zelt der Bundesregierung auf dem Bürgerfest in Hannover Foto: Bundesregierung/Klöpper

Im Zelt der Bundesregierung herrschte reges Gedränge: Senioren, junge Familien, ganze Schulklassen und auch Gäste aus dem Ausland - alle nutzten die Gelegenheit, um mitzufeiern und sich zu informieren. "Ich bin mit dem gesamten Jahrgang der 9. Klassen aus Bad Gandersheim angereist", erzählte eine Lehrerin. Für die Schüler sei es eine tolle Gelegenheit, sich hautnah über Politik zu informieren.

Ein älterer Besucher schrieb ins Gästebuch: "Das ist das Beste, was Deutschland passieren konnte - die gewaltlose Einheit."

Allen Gästen präsentierten sich im Regierungszelt 13 Bundesministerien, das Bundespresseamt, die Kulturstaatsministerin und der Beauftragte der Bundesregierung für Bürokratieabbau.

Bundeskanzlerin hielt Festrede
Die offiziellen Feierlichkeiten begannen am Freitag um 10 Uhr mit einem Ökumenischen Gottesdienst in der Marktkirche. Bundeskanzlerin Angela Merkel hielt anschließend die Festrede im Hannover Congress Center. "Ich empfinde tiefe Freude, dass wir gemeinsam den Tag der Deutschen Einheit feiern als Bürgerinnen und Bürger eines deutschen Staates", so die Bundeskanzlerin. Die mutigen Bürger der DDR und die Diplomatie hätten die Wiedervereinigung ermöglicht.

Bundesinnenminister de Maizière beim Bürgerfest

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte im Bühnengespräch, der 3. Oktober sei der Tag, an dem man sich freuen dürfe, ohne die Geschichte zu vergessen. Er erinnerte an die wechselvolle deutsche Vergangenheit, die mit dem 9. November verbunden ist. Er freue sich daher auch über die "Glückwünsche", den er von verschiedenen Botschaftern zum Nationalfeiertag bekommen habe.

Erinnerung an "25 Jahre Freiheit und Einheit"

Im Mittelpunkt des Interesses stand dieses Jahr bei den Besuchern die Erinnerung an Mauerfall und Friedliche Revolution. Vor einem Vierteljahrhundert haben Hunderttausende mutige Menschen in der ehemaligen DDR die SED-Diktatur überwunden und die Öffnung der Mauer erzwungen: der erste und wichtigste Schritt zur Wiedervereinigung Deutschlands in Frieden und Freiheit.

Unter dem Motto "25 Jahre Freiheit und Einheit" stand deshalb auch die Präsentation der Bundesregierung in Hannover. Bundestagspräsident Norbert Lammert sagte, der Tag der Deutschen Einheit durchbreche die Selbstverständlichkeit "und lässt uns begreifen, in welcher privilegierten Situation wir Deutschen sind". Auf der Bühne der Bundesregierung betonte er weiter, dass es mehr als Anlass gebe, mit Dank und Respekt auf das Erreichte zurückzublicken. "Denn es gab keine Vorerfahrung und kein Drehbuch für die Wiedervereinigung", so Lammert.

Der ehemalige Fußballprofi Falko Götz erzählte von seiner Flucht 1983. Er nutzte ein Europapokal-Spiel seiner Mannschaft in Belgrad, um über die Botschaft der Bundesrepublik in die Freiheit zu fliehen. Sein persönlicher Feiertag sei dieser 3. November. "Da hat ein neues Leben begonnen, das ich bis heute zu schätzen weiß", so Götz.

Am Infostand des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung fanden die Besucher neben vielfältigen Informationen auch die Präsentation der neuen App der Bundesregierung. Zudem konnte jeder sein Glück bei einem Preisrätsel versuchen. Gleich neben dem Zelt sahen die Besucher das Projekt "Zeitreise" mit Filmen und Fotos zu wichtigen Ereignissen der deutschen Geschichte von 1914 bis 2014.

Mit vor Ort waren Stiftungen, Vereine und Bundesinstitutionen, die an Mauerfall und Friedliche Revolution sowie deren Errungenschaften erinnerten. Hierzu zählten die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", der Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen sowie die "Bundestiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur".

Bühnentalk mit Musiker Heinz Rudolf Kunze. Bild vergrößern Bühnentalk mit Musiker Heinz Rudolf Kunze. Foto: Bundesregierung/Klöpper

Vielseitiges Bühnenprogramm

Ergänzt wurde das Angebot durch ein vielseitiges Bühnenprogramm: interessante Gespräche, Musik und Entertainment.

Bühnengespräche gab es unter anderem mit dem Fußball-Weltmeister von 1990, Pierre Littbarski, dem ehemaligen Astronauten Thomas Reiter und dem Liedermacher Heinz Rudolph Kunze. Der fünffache JoJo-Weltmeister Dennis Schleussner beeindruckte mit seiner Performance.

An beiden Tages des Bürgerfestes konnten über 60.000 Besucher im Zelt der Bundesregierung, beim Bühnenprogramm und der "Zeitreise" begrüßt werden.

Niedersachsen hat dieses Jahr den Vorsitz im Bundesrat und war daher Gastgeber der zentralen Feier zum 24. Jahrestag der Wiedervereinigung. 2015 wird Hessen Gastgeber sein.

Freitag, 03. Oktober 2014