Navigation und Service

Inhalt

Deutschland/Norwegen

Stippvisite bei guten Freunden

Auf Einladung des norwegischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg ist Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem Arbeitsbesuch nach Oslo gereist. Auf der Tagesordnung standen die Energieversorgung sowie sicherheitspolitische Themen.

Bundeskanzlerin Merkel im Gespräch mit dem norwegischen Ministerpräsidenten Stoltenberg Zu Gast in Norwegen: Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft in Oslo ihren Amtskollegen Jens Stoltenberg Foto: Bundesregierung/Kugler

Schneegestöber in Berlin, späte Wintersonne in Oslo - die frostigen äußeren Umstände waren trügerisch: So kurz der Besuch der Bundeskanzlerin in der schönen Stadt am Fjord auch war, um so herzlicher gestaltete sich das Treffen der beiden Regierungschefs: "Dankeschön für den freundschaftlichen Empfang. Dankeschön, dass wir heute hier sein können!", freute sich die Kanzlerin.

Enge Beziehungen

Im Mittelpunkt des anderthalbstündigen Meinungsaustauschs von Merkel mit ihrem norwegischen Amtskollegen über aktuelle politische Themen standen die Beziehungen beider Länder. Sie sind, wie beide hervorhoben, sehr eng und freundschaftlich, auch wenn das Königreich Norwegen nicht in der EU sei: "Norwegen ist ein eng mit der Europäischen Union verbundener europäischer Nachbar und, wie man hier, glaube ich, manchmal auch sagt, das wichtigste unter den Nicht-Mitgliedern", stellte die Bundeskanzlerin fest.

Mit Stoltenberg und dem britischen Premierminister David Cameron hatte man im Sommer 2012 im Berliner Kanzleramt zusammen mit jungen Leuten über gemeinsame Perspektiven in Europa diskutiert. Und zuletzt im Dezember war die Kanzlerin anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises an die Europäische Union zu Gast in der norwegischen Hauptstadt - "für mich persönlich war das eine sehr bewegende Sache", erinnerte sich Merkel.

Zusammenarbeit in der Energiepolitik

Energiefragen waren ein wichtiger Gegenstand des Treffens der beiden Regierungschefs. Die Kanzlerin warb für eine Ausweitung der ohnehin intensiven Zusammenarbeit mit Norwegen auf dem Energiesektor. Nach ihrem Gespräch mit Jens Stoltenberg betonte sie am Mittwochabend: "Wir schätzen die Verlässlichkeit der norwegischen Partner und auch die Transparenz der Lizenzvergabe an deutsche Unternehmen."

Das geplante Gleichstromkabel von Norwegen nach Deutschland sei "eine ganz wichtige und auch symbolische Investition für eine enge Verbindung im Zusammenhang mit der Energiewirtschaft in den nächsten Jahren", so Merkel.

Deutsch-Norwegische Energiepartnerschaft

Norwegen hat eine zentrale Bedeutung auf dem Energiesektor: Das skandinavische Land besitzt mehr als 50 Prozent der westeuropäischen Öl- und Gasreserven und ist Deutschlands zweitgrößter Energielieferant nach Russland. 10 Prozent der deutschen Erdölimporte und 35 Prozent der Erdgasimporte kommen aus Norwegen (Stand: November 2012).

Zentrales Projekt der seit 2006 bestehenden Strategischen Energiepartnerschaft ist die Verlegung eines Unterseekabels in der Nordsee.

Dieses Vorhaben ist ein wichtiger Beitrag zur Energiewende. Die Stromkabelverbindung zwischen Südnorwegen und Norddeutschland wird die Integration der bisher nicht verbundenen Strommärkte beider Länder vorantreiben. Ziele: höhere Netzstabilität, bessere Markteffizienz sowie ganzjährig ausgeglichene Strompreise.

Weltweite Kooperation

Zusammenarbeit mit Norwegen findet auch in vielen internationalen Bereichen statt. Sie zeigt sich im gemeinsamen Vorgehen mit dem NATO-Partner beispielsweise in der Sicherheitspolitik: "Wir arbeiten sehr gut im Norden von Afghanistan zusammen."

Im Bereich der Entwicklungshilfe könne man "unsere Kooperation noch sehr verbreitern", schlug die Kanzlerin vor - "zumal ich die sehr stringente Art der Entwicklungspolitik, die Norwegen weltweit durchführt, außerordentlich schätze. Ich glaube, davon kann Deutschland auch eine ganze Menge lernen."

Weitere Gesprächsschwerpunkte darüber hinaus waren die Lage in Mali und in den Ländern des arabischen Umbruchs sowie der Friedensprozess im Nahen Osten. Hier spielt Norwegen seit langem eine sehr aktive Vermittlerrolle.

Mittwoch, 20. Februar 2013