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Mitschrift Pressekonferenz

Statement von Bundeskanzlerin Merkel beim Besuch des Seniorenzentrums St. Konrad

in Melle-Wellingholzhausen

Guten Tag, meine Damen und Herren! Ich habe mich hier im Seniorenzentrum St. Konrad der Caritas als einem innovativen Pflegeheim umgeschaut. Ich bedanke mich für die Begleitung auch durch die Landesministerin und bedanke mich vor allen Dingen hier bei allen Bewohnern und auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dass ich einen so unbefangenen Einblick bekommen konnte.

Wir haben darüber gesprochen, dass die Arbeit in der Pflege eine der großen Herausforderungen angesichts des demografischen Wandels, der Veränderung unseres Altersaufbaus ist. Ich habe hier Menschen getroffen, die gerne ihre Arbeit machen, und ich habe Bewohnerinnen und Bewohner getroffen, die ganz offensichtlich auch sehr gerne hier sind.

Die Altenpflege ist oft noch ein Bereich – darüber haben wir eben auch gesprochen –, dessen allgemeines Ansehen nicht so gut ist, wie es die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdient haben. Deshalb dient mein Besuch und auch der Besuch der Ministerin einfach noch einmal der ganz deutlichen Aussage, dass diese Tätigkeit eine unglaublich wichtige für unsere Gesellschaft ist, dass sie die Menschlichkeit in unserer Gesellschaft ausdrückt und dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier vieles leisten – auch vieles, was man gar nicht in einem Arbeitsvertrag festschreiben kann. Ich habe mich auch gefreut, junge Auszubildende zu finden, die diesen Beruf ganz gerne machen und die sich freuen, mit Menschen umzugehen, die Hilfe und Unterstützung brauchen, die aber sicherlich auch Erfahrung einbringen können.

Wir haben natürlich auch über die harten Randbedingungen gesprochen. Wie ist es mit der Bezahlung? Die Caritas zahlt hier nach Tarif, das ist eine gute Sache. Aber wie kommt man dann mit den Pflegegesetzen klar, wie verhalten sich Bundes- und Landesgesetze zueinander, wie verhält es sich mit der Vergleichbarkeit unter den Ländern? Das alles sind Probleme, an deren Lösung wir weiterarbeiten werden – und das werden wir auch deshalb tun, weil die Bundesregierung in ihrer Demografiestrategie, in der sie auch mit Ländern und Kommunen zusammenarbeitet, vorhat, genau das, was noch verbessert werden muss, auch zu verbessern. Da wir uns im Mai dann zu unserem Demografiegipfel treffen, ist dieser Besuch für mich eine sehr gute Vorbereitung, weil ich einen Einblick in die Praxis bekommen habe.

Ich danke allen, die an der Vorbereitung dieses heutigen Besuches mitgewirkt haben. Danke schön auch an Sie, dass Sie gekommen sind!

Freitag, 12. April 2013