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Weltsportministerkonferenz

Sport überwindet Grenzen

Sport verbindet - über kulturelle, sprachliche und soziale Unterschiede hinweg. Das betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Weltsportministerkonferenz in Berlin. Zugleich appellierte sie an die Politik, Sportvereine dabei zu unterstützen, kriminelle Energie im Umfeld des Sports zu bekämpfen.

Bundeskanzlerin bei ihrer Rede auf der 5. Weltsportministerkonferenz in Berlin Merkel: "Sport entfaltet enorme emotionale und soziale Kraft" Foto: Bundesregierung/Steins

Deutschland ist Gastgeberland der fünften Weltsportministerkonferenz. Vertreterinnen und Vertreter aus rund 150 Staaten wollen eine Bestandsaufnahme der weltweiten Entwicklungen im Sport vornehmen und Ziele der internationalen Sportpolitik formulieren.

Die 5. Weltsportministerkonferenz findet vom 28. bis 30. Mai in Berlin statt. Das Bundesinnenministerium hatte die Konferenz in Kooperation mit der UNESCO vorbereitet. Die Veranstaltung wendet sich drei Schwerpunktthemen zu:

• dem ungehinderten Zugang zum Sport als grundlegendes Recht für alle,
• der Investitionsförderung in Programme für Sport und Leibeserziehung und
• der Wahrung der Integrität des Sports.

Sport verbindet

Sport bringe Menschen zusammen, er entfalte "eine enorme emotionale und soziale Kraft". Sport schaffe es, Menschen jeden Alters und verschiedenster Herkunft, unabhängig von der Religionszugehörigkeit, Hautfarbe oder Bildung zusammenzuführen, betonte die Kanzlerin in ihrer Eröffnungsrede.

Für die Integration von Migrantinnen und Migranten spielt der Sport eine ganz besondere Rolle. Er wirke als "Integrationsmotor", sagte Merkel. In vielen Vereinen trainierten Sportlerinnen und Sportler mit und ohne ausländischer Wurzeln zusammen. Sie bildeten dann ein Team, das ein gemeinsames Ziel verfolge.

Sportlerpersönlichkeiten sind Vorbilder

Viele Sportlerinnen und Sportler seien wegen ihrer Erfolge und ihrer Persönlichkeit Vorbilder und Identifikationsfiguren. Auch ihr Umgang mit Niederlagen "erzeuge oft Anerkennung, aber auch Mitgefühl", so Merkel. "Und wenn sie beharrlich weitertrainieren und ihre Ziele im Blick behalten, dann machen sie Mut."

Das gelte auch für Menschen mit Behinderungen. Gerade im Behindertensport habe sich in den vergangen Jahren sehr viel bewegt. Er erfahre heute "deutlich mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung", sagte die Kanzlerin. Dennoch könne man hier noch mehr tun. "Der ungehinderte Zugang zu Sportanlagen, barrierefreie Einrichtungen, das ist längst noch nicht überall Selbstverständlichkeit", so Merkel. Deshalb sei es wichtig, dass dieses Thema auf der Agenda der diesjährigen Konferenz stünde.

Sport international wichtig

Die internationale Bedeutung des Sports spiegele sich auch in der Weltsportministerkonferenz wider, so die Kanzlerin weiter. Die Konferenz suche vor allem Antworten auf Fragen rund um Großveranstaltungen. Diese erforderten zweifellos einen sehr hohen Aufwand, böten aber auch Chancen. Neben den wirtschaftlichen Aspekten profitierten Länder auch von umwelt- und kulturpolitischen Entwicklungen.

Die Ausrichtung einer internationalen Sportveranstaltung sei für jedes Land eine besondere Ehre - "auch wir in Deutschland haben gute Erinnerungen an die Fußballweltmeisterschaft". Großprojekte dieser Art stellten aber auch immer hohe Sicherheitsanforderungen - "deshalb zu Recht ein Thema der Konferenz", sagte die Kanzlerin.

Bedrohungen des Sports entgegentreten

Die Bundeskanzlerin sagte weiter, mit der Vorbildfunktion des Sports sei auch seine Integrität verbunden. "Wir haben immer wieder erleben müssen, wie schnell fairer und sauberer Wettbewerb in Gefahr gerät, wenn es systematische oder absichtliche Regelverstöße, Manipulationsversuche, Doping oder Korruption gibt." Das alles füge dem "großartigen Image des Sport großen Schaden zu" und unterhöhle auch die Werte, für die der Sport stehe, warnte die Kanzlerin.

Daher gelte es, sich solchen kriminellen Machenschaften entschlossen entgegenzustellen. Dies müsse auf internationaler Ebene geschehen. Zudem dürfe die Politik die Sportvereine nicht alleinlassen. "Sie brauchen staatliche Unterstützung sei es von den Regierungen, sei es von den Parlamenten, wenn es darum geht, die teils erhebliche kriminelle Energie im Umfeld des Sports zu bekämpfen."

Deutschland gehört zu den großen Sportnationen. Für viele Menschen gehört Sport zum Alltag. In unserem Land treiben rund 27 Millionen Menschen in 90.000 Vereinen Sport.

Mittwoch, 29. Mai 2013