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Belgien

Sicherungsmechanismen für Banken angemahnt

In Brüssel tagen Vertreter aus 48 europäischen und asiatischen Ländern, darunter 36 Staats- und Regierungschefs. Sie hatten sich am ersten Gipfeltag bereits auf eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit geeinigt. Am zweiten Tag mahnte Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Sicherungsmechanismus für Banken an. 

Asem-Gipfelteilnehmer ASEM-Gipfel in Brüssel Foto: picture alliance / dpa

"Was passiert mit Banken, die zu groß sind, als dass sie insolvent werden können? Dafür müssen wir in Europa und in anderen Teilen der Welt noch Regeln erarbeiten", bekräftigte die Kanzlerin.  

Fortschritt gebe es, aber noch sei nicht erreicht, dass jeder Finanzplatz, jeder Akteur, jedes Produkt auch reguliert werde. Es bleibe also viel zu tun. 

Zukünftige Finanz- und Wirtschaftsordnung 

Merkel erläuterte, dass die Wachstumsraten der Wirtschaften im asiatischen Bereich um acht bis zehn Prozent in den einzelnen Ländern betragen würden. Insofern, so die Bundeskanzlerin, könnten auf dem Gipfel wichtige Gespräche über die zukünftige Finanz- und Wirtschaftsordnung geführt werden. Das gelte  auch für makroökonomische Fragen, also Gleichgewichte beziehungsweise Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft. 

Chinas wirtschaftliches Gewicht 

Die Bundeskanzlerin sieht in China augenblicklich einen weltweiten Wachstumsmotor. Das Land werde in Zukunft sein wirtschaftliches Gewicht in der Wirtschaftsordnung der Welt einbringen. Es gehe hier etwa um Wechselkurse der Währung, die möglichst realistischen Werten entsprechen sollten. Schwellenländer müssten auch Verantwortung für die Weltwirtschaft übernehmen. Das, so die Bundeskanzlerin, verstehe man unter globaler Wirtschaftsordnung. 

"Wir verdanken dem asiatischen Aufschwung unsere günstige ökonomische Entwicklung. Wir haben die Wirtschaftskrise ganz wesentlich auch zwischen Europa und Asien gemeistert." Insofern erwarte sie weiterführende Diskussionen, "wie wir zu einem nachhaltigen Wachstum und zu mehr Arbeitsplätzen kommen", betonte Merkel. 

Asem (Asia-Europe Meeting) bietet einen Rahmen für die politische, wirtschaftliche und kulturelle asiatisch-europäische Zusammenarbeit. Dialogthemen sind: Umwelt, Klimawandel, Energiesicherheit, Migration, Menschenrechte, die Bekämpfung des Terrorismus, Arbeit und Beschäftigung sowie die Wirtschafts- und Finanzkooperation.

An dem Treffen nehmen teil: alle 27 EU-Staaten, die Europäische Kommission, die zehn Asean-Mitgliedsstaaten (Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam) und das Asean-Sekretariat. Weitere Teilnehmer sind die Volksrepublik China, Japan, Südkorea, Indien, Pakistan und die Mongolei. Russland, Australien und Neuseeland waren neu aufgenommen worden. 

Das nächste Asem-Außenministertreffen findet 2011 in Ungarn statt. 

Dienstag, 05. Oktober 2010