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Cebit 2012

Sichere Netze, sicheres Wachstum

Vernetzte Systeme, mobiles Zusammenarbeiten über Kontinente hinweg, Datenspeichern in der „Cloud“: Die Cebit zeigt, dass eine funktionierende Infrastruktur für Informationstechnologien längst so wichtig wie Wasser, Strom und Gas ist. Und ein entscheidender Wachstumsfaktor, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte.

Der Erfolg digitaler Geschäftsmodelle ist eng mit ihrer Sicherheit verknüpft. "Wer Informations- und Kommunikationstechnologien nutzt, der muss sicher sein, dass man sich darauf verlassen kann, dass die Daten nicht irgendwo verschwinden oder von anderen genutzt werden", so die Bundeskanzlerin bei der Eröffnungsfeier in Hannover.

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Die neuen Technologien böten große Chancen. Gleichzeitig stellten sie Deutschland vor beträchtliche Herausforderungen. „Unsere Zielmarke müssen immer die Besten der Welt sein. Wir sind in vielem gut, aber in der Informations- und Kommunikationstechnologie gibt es viele Bereiche, in denen wir deutlich besser werden können.“

850.000 Beschäftigte zählt die IT-Branche hierzulande und immer noch 40.000 offene Stellen, rechnete Merkel vor. Gezielt werbe die Bundesregierung deshalb für technische Ausbildungen. Der Pakt für mehr Ausbildung im Ingenieurbereich, in den naturwissenschaftlichen und in den technischen Berufen habe bereits zu guten Fortschritten geführt, so die Kanzlerin.

Vernetzung schafft Mehrwert

Die Messe zeigt, dass es derzeit darum geht, die digitalen Systeme miteinander zu vernetzen. Informationen werden innovativ kombiniert, aus dem Rohstoff Information entstehen neue Produkte. Etwa eine Software, die bei der Grenzabfertigung von LKW an verschiedenen Stellen vorhandenes Wissen kombiniert. Das Programm sorgt dafür, dass die Abfertigung schneller und kostengünstiger vonstattengeht.

Oder die „digitale Stadt“ von Microsoft, die den Bürgerinnen und Bürgern den Zugriff auf vieles erleichtert: vom digitalen Rathaus bis zu Spielplatzdatenbanken. Oder die von der Telekom nach den Vorgaben des Gesetzgebers entwickelte rechtsverbindliche E-Mail („DE-Mail“).

Auch die „weißen Flecken“ auf der deutschen Onlinelandkarte verschwinden Stück für Stück. Mit LTE („Long Term Evolution“) steht schon in fast einem Drittel der Fläche Deutschlands mobiles Hochgeschwindigkeitsinternet per Funk zur Verfügung.

Nicht nur Samba und Caipirinha

Merkel und Roussef im brasilianischen Pavillon. Bild vergrößern Deutsche und brasilianische Unternehmen wollen stärker zusammenarbeiten Foto: Cebit

Partnerland der Cebit ist in diesem Jahr Brasilien. Merkel und die brasilianische Präsidenten Dilma Rousseff zeigten sich beim gemeinsamen Eröffnungsrundgang einig, die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder weiter vertiefen zu wollen.

Insbesondere beim Ausbau der Infrastruktur wollen sich deutsche Unternehmen engagieren. Enger zusammenarbeiten wollen die Regierungen auch bei Wissenschaft und Forschung.

Die Hightech-Nation am Zuckerhut bietet ein enormes Marktpotenzial: Für 2012 prognostizieren Fachleute dem brasilianischen Markt für Informations- und Telekommunikationstechnologien einen Anstieg von sechs Prozent auf 92 Milliarden Euro. Brasilien gehört zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Beim deutsch-brasilianischen Telekommunikations-Gipfel in Hannover berichten deutsche und brasilianische Unternehmen über ihre Erfolgsgeschichten und erörtern regionale Investitionsmöglichkeiten in beiden Ländern.

Über 1.600 deutsche Unternehmen seien in Brasilien bereits aktiv, erinnerte Rousseff. Die Präsidentin sprach sich für den Aufbau einer „Innovationspartnerschaft“ aus. Kommendes Jahr steht der Austausch im Zeichen des Deutschland-Jahres in Brasilien: mit einem umfangreichen Programm aus Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft.

Die Cebit ist die weltweit größte Fachmesse für Informations- und Kommunikationstechnik. Mehr als 4.200 Aussteller aus über 70 Ländern bieten einen umfassenden Überblick über die Angebots- und Nachfragesituation der Branche weltweit.

Das aktuelles Leitthema der Messe heißt "Managing Trust", also Vertrauen und Sicherheit in der digitalen Welt. Daneben geht es um mobile Anwendungen in der „Cloud“ und die verschiedensten digitalen Technologien im Alltag: von intelligenter Elektromobilität bis zur digitalen Kommunikation von Unternehmen („Social Business“).

Das Kürzel Cebit stand ursprünglich für Centrum der Büro- und Informationstechnik. Als solches war die Cebit seit 1970 Teil der jährlichen Hannover-Messe. 1986 wurde die Ausstellung zur eigenständigen Messe.

Dienstag, 06. März 2012