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Aktuelle Situation in Japan

Schlimme Lage im Katastrophengebiet

Die Berichte über die nuklearen Folgen des schrecklichen Erdbebens und der furchtbaren Flutwelle in Japan sind nach wie vor unübersichtlich und widersprüchlich. Die Gedanken seien jetzt vor allen Dingen bei den leidenden Menschen in Japan, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Japaner stehen an einer Versorgungsstelle Schlange Geduld und Disziplin trotz Katastrophe Foto: picture alliance / dpa

Nach Meldungen der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo ist die Strahlung in den beschädigten Kernkraftwerksblöcken in Fukushima weiter gestiegen. Die gemessenen Werte seien so hoch, dass das Personal nicht weiter in den Kontrollräumen des Reaktors bleiben könne.

Im Umkreis von 30 Kilometern um das Kernkraftwerk Fukushima ist eine Flugverbotszone eingerichtet worden. Meldungen zufolge haben die japanischen Behörden derzeit Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung im unmittelbaren Umfeld der betroffenen Atomkraftwerke ergriffen. 

Ausmaß der Zerstörung lässt uns verstummen

"Die Bilder, die uns seit Freitag erreichen, machen ein geradezu apokalyptisches Ausmaß der Zerstörung deutlich, und sie lassen uns verstummen", sagte die Bundeskanzlerin. Die Gedanken seien deshalb vor allen Dingen bei den leidenden Menschen in Japan.

Merkel dankte allen Helfern des Krisenstabes, die auch über das Wochenende intensiv gearbeitet hatten. Sie würdigte die Arbeit des Technischen Hilfswerks (THW) und auch anderer Organisationen, die unermüdlich im Einsatz waren.

Die Bundeskanzlerin sagte zugleich: "Es gibt nukleare Folgen. Sie sind völlig unbestritten. Deshalb bedeuten diese Ereignisse nicht allein für Japan eine unfassbare Katastrophe, sondern sie sind auch ein Einschnitt für die ganze Welt, für Europa und auch für Deutschland." 

Einsatz des Technisches Hilfswerks beendet

Das Bergungsteam des THW hat seinen Einsatz in Japan  zwischenzeitlich beendet. Mehr als vier Tage nach dem Erdbeben und dem Tsunami sehen die Helfer keine Chance mehr, unter den Geröll- und Schlammmassen noch Lebende zu finden. Die Bergungsexperten und ihre Suchhunde werden nun nach Deutschland zurückkommen.

Drei weitere Experten des THW bleiben jedoch in Japan. Sie unterstützen die Deutsche Botschaft in Tokyo bei der Koordinierung der Hilfsmaßnahmen, der technischen Beratung und der Evakuierung von deutschen Staatsbürgern.  

G8-Staaten sichern Unterstützung zu

Bundesaußenminister Guido Westerwelle forderte nach Beratungen mit seinen G8-Kollegen in Paris gemeinsame Anstrengungen, um international die Lage zu stabilisieren. "Das, was in Japan stattgefunden hat, wird an keinem Land spurlos vorübergehen. Damit meine ich ausdrücklich auch die wirtschaftlichen Gefährdungen."

Westerwelle verlangte zudem, auch die europäischen Atomkraftwerke einer genauen Risikoanalyse zu unterziehen. In einem "so dicht besiedelten Kontinent wie Europa" müsse man gemeinsam handeln. "Wir haben ein Interesse daran, dass auch international die Schlussfolgerungen für die nukleare Energiegewinnung gezogen werden." Defizite, müssten abgestellt werden. "Sind hier Schlussfolgerungen zu treffen, dann können sie nicht nur in Deutschland getroffen werden."  

Die G8-Gruppe der führenden Industrienationen hat Japan Unterstützung beim Wiederaufbau nach der Atomkatastrophe zugesagt. Frankreich, das derzeit den Vorsitz in der G8 führt, soll Vorschläge ausarbeiten, wie die Folgen für die Weltwirtschaft in Grenzen gehalten werden können. Befürchtet wird, dass die Katastrophe auch in anderen Ländern das Wachstum dämpft. Der G8-Gruppe gehören die USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien, Italien, Deutschland, Japan und Russland an.

Teilreisewarnung des Auswärtigen Amtes

Angesichts der Reaktorunfälle in Japan hat das Auswärtige Amt eine "Teilreisewarnung" für den Nordosten des Landes erlassen. Es riet außerdem von nicht erforderlichen Reisen nach Japan generell ab. Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Deutschen in der Region um die Atomkraftwerke Fukushima und im Großraum Tokyo/Yokohama zu prüfen, ob ein Aufenthalt in Japan weiterhin erforderlich ist. Falls dies nicht gegeben sei, sollte eine Ausreise erwogen werden. Diese Empfehlung gelte insbesondere für Familien mit Kindern. 

Die Lufthansa stellte ihre Flüge nach Tokio zunächst bis zum Sonntag ein und leitete die Flugzeuge auf die weiter südlich gelegenen Städte Osaka und Nagoya um.

Dienstag, 15. März 2011