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Rettung der Wadan-Werften in Sicht

Deutschland und Russland sehen mit dem neuen russischen Investor wieder eine Zukunft für die Wadan-Werften. In Sotschi sprachen Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Dimitri Medwedew auch über Opel. Weiteres Thema: die Menschenrechte in Russland.

Bundeskanzlerin Merkel und der russische Präsident Medwedew laufen auf die Kamera zu. Beide lächeln sich an. Merkel und Medwedew sprachen viel über Wirtschaftsthemen. Foto: REGIERUNGonline/Bergmann

Der russische Gazprom-Aufsichtsrat Igor Jussufow will mit seinem Sohn die insolventen Wadan-Werften in Mecklenburg-Vorpommern übernehmen. Sie hatten sich gestern mit der Insolvenzverwaltung über einen Verkauf des zahlungsunfähigen Unternehmens geeinigt.

„Hier bahnt sich eine Kooperation an, die wir auch seitens der Regierung begleiten wollen", sagte Merkel nach dem Gespräch. Sie habe den Eindruck, dass der neue Investor ein "seriöses Interesse" an den Wadan-Werften hat.

Der Kaufpreis soll bei rund 40 Millionen Euro liegen. Vereinbartes Ziel ist, bis zu 1.600 der rund 2.500 Arbeitsplätze zu erhalten. Bevor der Vertrag mit dem russischen Investor allerdings wirksam werden kann, muss die Gläubigerversammlung noch zustimmen.


Magna ist Favorit für Opel


Auch die Verhandlungen über die Zukunft des angeschlagenen Autoherstellers Opel war Gesprächsthema. 

 
„Ich habe deutlich gemacht, dass Deutschland für die Vorschläge von Magna eine hohe Präferenz hat“, sagte Merkel. Der Grund dafür sei, dass Magna kein Finanzinvestor sei, sondern ein Unternehmen, „das sich im Automobilgeschäft auskennt".


Magna bedeutet eine Option unter russischer Beteilung. Der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna will Opel gemeinsam mit der russischen Staatsbank Sberbank übernehmen.


Bundeskanzlerin Merkel und der russische Präsident Medwedew unterhalten sich lebhaft. Bild vergrößern Merkel und Medwedew wollen Wadan-Werften retten. Foto: REGIERUNGonline/Bergmann

Menschenrechte einhalten

Die Bundeskanzlerin forderte von Medwedjew eine schnelle Aufklärung der Morde an Menschenrechtlern. Es müsse alles unternommen werden, dass diejenigen, die für die "abscheulichen Morde" verantwortlich seien, zur Rechenschaft gezogen würden.


Die Leiterin der russischen Nichtregierungsorganisation "Retten wir die Generation", Saruma Sadulajewa, und ihr Mann sind am 11. August tot bei Grosny aufgefunden worden. "Retten wir die Generation" ist eine humanitäre Organisation. Sie arbeitet mit Kindern und Jugendlichen, die Opfer der gewalttätigen Auseinandersetzungen in Tschetschenien geworden sind.
 
Merkel erinnerte auch an die ermordete Bürgerrechtlerin Natalia Estemirowa und den Journalisten Malik Achmedinow. Auch diese Morde warten noch auf Aufklärung.

Freitag, 14. August 2009