Wohlstand, Stabilität und Frieden für Länder des Westbalkan

Kanzlerin reist nach Serbien und Albanien Wohlstand, Stabilität und Frieden für Länder des Westbalkan

Kanzlerin Merkel ist zu einem zweitägigen Besuch in den Westbalkan gereist. Zunächst kam sie in Serbien mit Staatspräsident Vučić zusammen. Dann flog die Kanzlerin weiter nach Tirana, wo sie die Regierungschefs von Albanien, Kosovo, Bosnien und Herzegowina, Montenegro sowie Nordmazedonien traf. Sie betonte, wie wichtig die Annäherung dieser Länder an die EU sei. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Flughafen in Tirana.

Am Dienstag traf Bundeskanzlerin Merkel in Tirana (Albanien) ein: Im Mittelpunkt der Gespräche standen die regionale Zusammenarbeit und die Annäherung an die EU.

Foto: Bundesregierung/Denzel

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist für zwei Tage in den Westbalkan gereist. Wohlstand, Arbeitsplätze, Stabilität und Frieden für die Länder des Westbalkan – dafür lohnt es sich zu arbeiten. Das betonte die Kanzlerin nach Gesprächen mit den Regierungschefs aller sechs Staaten der Region bei einer Pressekonferenz mit Albaniens Ministerpräsident Edi Rama.

Zum Auftakt Gespräche in Serbien

Am Montag war die Kanzlerin zunächst nach Serbien geflogen und in Belgrad zu einem Gespräch mit dem serbischen Staatspräsidenten Aleksandar Vučić zusammengekommen. Dabei standen bilaterale und wirtschaftspolitische Fragen sowie die Annäherung Serbiens an die Europäische Union im Mittelpunkt.

„Ich freue mich, dass Schritt für Schritt Fortschritte im Rahmen des Berliner Prozesses zu sehen sind. Wir haben hier einiges erreicht“, sagte die Kanzlerin nach dem Gespräch. Der Berliner Prozess, der 2014 gestartet wurde, sei „kein Ersatz des EU-Beitrittsprozesses“, sondern eine Möglichkeit, die Länder des westlichen Balkans im regionalen Bereich zusammenzubringen. Das helfe wiederum natürlich auch bei den Beitrittsprozessen in Brüssel, so Merkel, wenngleich noch ein langer Weg vor der ganzen Region liege.

In Belgrad kam die Bundeskanzlerin auch zu einem Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft aus allen sechs Westbalkanstaaten zusammen. Ihre Reise sei natürlich verbunden mit der Region als Ganzes, so Merkel.

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Video Kanzlerin Merkel nach Gesprächen in Albanien

Weiterreise nach Albanien

Am Dienstag reiste Kanzlerin Merkel in die albanische Hauptstadt Tirana weiter. Dort traf sie zunächst mit dem albanischen Ministerpräsidenten Edi Rama zusammen. Auch hier standen bilaterale, wirtschaftspolitische Fragen und Fragen der EU-Annäherung im Mittelpunkt. Im Anschluss daran fand innerhalb des Berliner Prozesses ein Mittagessen mit den Regierungschefs aller sechs Westbalkanstaaten statt.

Die Bundeskanzlerin freute sich über eine konstruktive Diskussion aller sechs Beteiligten und dass „Bewegung in die regionale Zusammenarbeit gekommen“ sei. „Man spricht miteinander, man trifft sich ganz normal“, so Merkel. „Das gab es früher so nicht“. Erste transnationale Infrastrukturprojekte trügen zudem erste Früchte. Merkel begrüßte ausdrücklich auch das Projekt des regionalen gemeinsamen Marktes. Sie erinnerte aber auch daran, dass die EU und Deutschland „aus geostrategischer Sicht ein absolutes Interesse an der Integration der Länder des westlichen Balkans in die Europäische Union“ haben. 

Vor ihrer Rückreise nach Berlin führte die Kanzlerin zudem bilaterale Gespräche mit den Regierungschefs von Kosovo, Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Nordmazedonien.

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Video Die Reise der Kanzlerin nach Serbien und Albanien

Was ist der Berliner Prozess?
Der sogenannte Berliner Prozess ist ein Konferenzformat, das Bundeskanzlerin MErkel 2014 anlässlich der ersten Westbalkankonferenz in Berlin ins Leben rief und das eng von der EU-Kommission begleitet wird. Zu den Teilnehmerländern gehören seither die sechs Westbalkanstaaten („WEB6“) Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien. Sie alle haben eine Beitrittsperspektive für die Europäische Union.

Wer sind die Westbalkanstaaten?
Der Begriff „Westbalkan“ hat neben der geografischen auch eine politische Bedeutung. Er wurde auf dem EU-Gipfel 1998 in Wien in den EU-Sprachgebrauch eingeführt und bezieht sich auf diejenigen Staaten der Balkanhalbinsel, die noch keine EU-Mitglieder sind. Daher werden neben Albanien momentan die jugoslawischen Nachfolgestaaten Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro sowie Serbien zu den Westbalkanstaaten gezählt – nicht jedoch Slowenien und Kroatien, die der EU 2004 beziehungsweise 2013 beigetreten sind.

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