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Wer verwaltet das Internet?

Die unbegrenzten Möglichkeiten des Internets brauchen Regeln. Mit dem Internet Governance Forum wurde 2006 eine internationale Beratungsplattform ins Leben gerufen. Erfahren Sie hier, wie und warum das heutige Forum entstanden ist.

Ein Internet-Browser Regeln und Verordnungen für das Internet - dafür soll das Internet Governance Forum sorgen. Foto: picture alliance

Sich Informieren, kommunizieren, einkaufen, Bankgeschäfte erledigen - diese Dinge digital im Internet zu erledigen, ist heute für viele Menschen selbstverständlich. Die digital vernetzte Welt scheint grenzenlos. Doch welche grundsätzlichen Prinzipien der Verwaltung und Ordnung existieren eigentlich für das "World Wide Web"? Und wer legt sie fest? Mit dem Siegeszug des Internets sorgte diese Frage nach der "Internet Governance" für Streit.

Unter Aufsicht der US-Regierung

Die Vergabe, Änderung und Zuordnung von Namen, Domains und den entsprechenden IP-Adressen oblag lange Zeit verschiedenen Institutionen – zunächst der IANA (Internet Assigned Numbers Association) und später der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers). Die behördliche Aufsicht dieser Einrichtungen lag stets beim Handelsministerium der USA. Hieran entzündete sich die Kritik, dass Entscheidungen zur Internetstruktur von der amerikanischen Regierung abhängig waren.

In den späten 1990er-Jahren schlossen sich zahlreiche Nationen zusammen und verlangten eine internationale unabhängige Aufsicht über das Internet. Die Positionen waren verhärtet und ein Kompromiss schien auch nach mehreren internationalen Gipfeltreffen dazu nicht in Sicht.

Beratend - aber mit großer Wirkung

Vor knapp 15 Jahren einigten sich die Vertreter der Nationen: Mit dem sogenannten "Internet Governance Forum" (IGF) rief der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan im Jahr 2006 eine entsprechende Diskussionsplattform ins Leben.

Das seitdem jährlich stattfindende Format hat eine beratende Funktion - allerdings wirken die Entscheidungen und Diskussionen des IGF aufgrund des hochkarätigen Teilnehmerfeldes aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft mindestens richtungsweisend. Im Jahr 2016 entschieden die USA zudem, die Verwaltung über das Internet an die gemeinnützige Gesellschaft ICANN zu übertragen, die von der weltweiten Öffentlichkeit kontrolliert wird.

In den 1980er-Jahren war das Internet zwar noch eine Sache von und für Experten - doch damals getroffene Entscheidungen wirken bis heute nach. Das gilt auch für die sogenannten "Top-Level-Domains" (TLD) - den letzten Abschnitt einer Domain, rechts vom Punkt. Seit 1986 ist ".de" als TLD für die Bundesrepublik Deutschland registriert. Damals existierten allerdings auch noch andere Staaten - etwa die DDR. Auch ihr wurde deshalb mit ".dd" eine TLD zugewiesen - genauso wie Jugoslawien (".yu") oder der Sowjetunion (".su"). Einiger dieser TLD´s wurden im Laufe der Zeit stillgelegt, die letztgenannte aber weiterhin von einer russischen Behörde verwaltet und auch vergeben. 

Dienstag, 26. November 2019