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Rede von Bundeskanzlerin Merkel zur Übergabe zweier Pandabären an den Berliner Zoo am 5. Juli 2017

Redner:
Angela Merkel
Datum:
Mittwoch, 05. Juli 2017
Ort:
Berlin

Sehr geehrter Herr Präsident Xi Jinping,
sehr geehrte Frau Peng,
sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister Müller,
sehr geehrter Herr Bruckmann,
Herr Knieriem,
sehr geehrter Herr Minister,
Exzellenzen,
meine Damen und Herren,

Berliner haben ein ganz besonderes Verhältnis zu Bären und auch ein großes Herz für sie. Schließlich ist der Bär das Wappentier der Stadt. So verwundert es wenig, dass der Berliner Zoo berühmte Bärengeschichten geschrieben hat. Ein besonders schönes Kapitel und ein besonders langes Kapitel haben wir dem Panda Bao Bao zu verdanken. Er war 1980 aus China nach Berlin gekommen. Er erfreute unzählige Zoobesucher, bis er vor fünf Jahren starb – in hohem Alter. Er galt als weltweit ältester Pandabär in einem Zoo.

Sie können sich sicherlich vorstellen, dass bald Wünsche laut wurden, wieder einen Panda zu beherbergen. Seit sich herauskristallisierte, dass sich der Wunsch erfüllen könnte, sind viele Zoofreunde im Pandafieber. Jiao Qing und Meng Meng werden sehnsüchtig von den Berlinerinnen und Berlinern erwartet.

Ich durfte gerade eben einen Blick auf die Zuchturkunde werfen. Meng Meng und Jiao Qing haben bei der Geburt fast das Gleiche gewogen, einer 105 Gramm, einer 108 Gramm. Das Männchen Jiao Qing ist jetzt 112 Kilogramm schwer, das Weibchen 88 Kilogramm schwer. Das Weibchen ist vier Jahre jünger als das Männchen, das sieben Jahre alt ist. Jetzt wissen Sie alles.

Die Ankunft in Berlin war bereits ein großes Ereignis. Aber heute, wenn wir nun die Möglichkeit haben, das neue Zuhause zu eröffnen, ist der Höhepunkt. Ich glaube, es wurde alles getan, damit sich die beiden hier wirklich wohlfühlen können.

Schön ist, dass wir auch von den Pandabären in der freien Wildbahn bessere Nachrichten hören. Ich möchte allen, die sich bei der Zucht der Pandabären und auch bei ihrem Erhalt in der Wildnis engagieren, ein herzliches Dankeschön sagen. Denn die Weltnaturschutzunion konnte die Pandabären jetzt aus der Kategorie „vom Aussterben bedroht“ nehmen. Sie sind weiterhin gefährdet, aber immerhin haben wir doch einen Fortschritt erzielt.

Dieses heutige Ereignis steht symbolisch für die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern. Wir haben mit Herrn Präsidenten Xi Jinping sehr intensive und auch die gesamte Breite der Probleme umfassende Gespräche geführt. Gerade auch im Rahmen von G20 haben wir vom letzten Jahr bis zu diesem Jahr sehr eng zusammengearbeitet. Voriges Jahr gab es den G20-Gipfel in Hangzhou, dieses Jahr die Veranstaltung in Hamburg, in Deutschland.

Ich möchte mich auch dafür bedanken, dass China in letzter Zeit viel getan hat, um das Naturerbe zu erhalten, gegen den Wildtierhandel einzutreten, und zum Beispiel die chinesischen Märkte für Elfenbeinhandel geschlossen hat. Das heißt also, wir haben in diesen Fragen, aber auch in den wirtschaftlichen Fragen, den gesellschaftlichen Fragen und den Kontakten der Menschen zueinander vieles erreicht, und wir arbeiten weiter daran.

Nun haben wir zwei sehr sympathische Diplomaten hier, nämlich die beiden Pandabären. Jiao Qing und Meng Meng werden Sonderbotschafter unserer beiden Länder sein und hoffentlich viele, viele Menschen erfreuen. Alles Gute für die beiden. Herzlichen Dank allen, die an der Ankunft und an der Vorbereitung mitgewirkt haben. Ich glaube, ich darf im Namen derjenigen, die im Berliner Zoo Verantwortung tragen, sagen: Sie werden alles tun, damit sich die beiden hier in Deutschland wohlfühlen. Herzlichen Dank!

Mittwoch, 05. Juli 2017