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im Wortlaut

Rede von Bundeskanzlerin Merkel zur Preisverleihung des 11. Wettbewerbs startsocial am 17. Juni 2015

Redner:
Angela Merkel
Datum:
Mittwoch, 17. Juni 2015
Ort:
Berlin

in Berlin

Meine Damen und Herren,

ich freue mich, dass ich Sie alle hier begrüßen kann – die Wettbewerbsteilnehmer, Herrn Düsedau, die Vertreter der Hauptsponsoren und alle Gäste. Ich möchte auch den Clowns danken, die hier das Unterhaltungsprogramm schon zelebriert haben. Mit Ihren Kunststücken bringen Sie vor allem auch benachteiligte Kinder sowohl im Inland als auch im Ausland zum Lachen. Dafür ein Dankeschön und auch für das, was Sie hier eben zelebriert haben.

Ich freue mich natürlich, dass ich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs startsocial willkommen heißen kann. Ihr Empfang ist inzwischen eine Tradition. Das hat gute Gründe. Denn wir sind davon überzeugt – ich glaube, das sind alle, die heute hier sind –, dass bürgerschaftliches Engagement keine Nebensache ist. Es stärkt das Miteinander in unserem Land. Es macht unsere Gesellschaft reich. Dieser Reichtum ist nicht mit Geld oder Gold aufzuwiegen.

Wer bei startsocial mitmacht, weiß aber auch: Ohne Fleiß gibt es keinen Preis. Hinter Ihnen, die Sie es bis in die Endauswahl geschafft haben, liegen viele Monate harter Arbeit. Das fängt mit der Bewerbung an. Dann gilt es, einen Arbeits- und Zeitplan aufzustellen und Ziele zu formulieren. Anschließend geht es ans Eingemachte, an die konkrete Umsetzung, bis schließlich noch ein Abschlussbericht ansteht. Das alles ist sehr hart. Aber es ist Unternehmergeist im besten Sinne des Wortes, der verlangt wird und der sich in Ihren Projekten zeigt. Sie alle hier haben viel Kraft und Kreativität bewiesen, viel Zeit eingesetzt und Nerven investiert. Ich hoffe, Sie haben nicht allzu viele Nerven gezeigt und auch nicht allzu viele Nerven verloren. Die Chancen stehen ja gut – das zeigt schon Ihre Anwesenheit –, dass diese Investitionen reiche Früchte tragen.

Das zeigen auch die Alumni-Projekte. Einige der ehemaligen Bundespreisträger sind auch in diesem Jahr wieder anwesend. Ich finde es auch großartig, dass fast alle der inzwischen 70 Siegerprojekte, die wir schon ausgezeichnet haben, noch existieren. Einige haben sich zu richtigen Sozialunternehmen weiterentwickelt. Andere haben sich in Stiftungen umgewandelt oder sind in Vereinen aufgegangen. Es zeigt sich also: Das Ganze ist nachhaltig, es hat Bestand.

Mir zeigt das auch, dass schon allein die Teilnahme an diesem Wettbewerb ein Stück Investition in die Zukunft ist. Das gilt ja nicht nur für die Preisträger, die heute auch ein bisschen Belohnung in Form eines Schecks mit nach Hause nehmen, sondern für alle, die in der Endrunde sind. Ich glaube, Sie alle dürfen sich als Gewinner fühlen. Das sage ich schon einmal, bevor nachher die Urkunden vergeben werden. Also: herzlichen Glückwunsch.

Neues zu lernen, neue Erfahrungen zu sammeln, neue Kontakte zu knüpfen, das gute Gefühl, dass man für andere und für sich selber etwas gemacht hat und etwas Großartiges geschafft hat – das bringt einen ja auch selbst voran. Mir geht es jedenfalls so, wenn man eine schwere Aufgabe gelöst hat und alles einigermaßen gut gegangen ist, dass man sich dann auch selber gut fühlt.

Schön ist auch, dass Sie viel Unterstützung erfahren haben. Ich möchte ganz herzlich den Sponsoren, den Coaches, den Juroren, nicht zuletzt den startsocial-Teams und allen anderen danken, die gemeinsam die wunderbare Erfolgsgeschichte dieses Wettbewerbs schreiben. Ihnen gemeinsam ist die Begeisterung am Projekt.

Dass es startsocial gibt, verdanken wir vor allem Herrn Düsedau. Er war langjähriger Direktor bei McKinsey und hat den Anstoß zu diesem Wettbewerb gegeben. Wenn man McKinsey hört, dann weiß man, dass es eben auch hart zugeht, was die Rahmenbedingungen anbelangt. Er hat immer wieder Teams freigestellt, um den Wettbewerb durchführen zu können. Er hat den Verein gegründet und damit Beständigkeit geschaffen. Ich hoffe natürlich, dass McKinsey den Wettbewerbern auch in Zukunft mit Rat und Tat zur Seite stehen wird. Denn dahinter steht die Überzeugung, dass es viele Menschen mit großartigen Ideen gibt, dass aber wirtschaftliches Know-how gut gebraucht werden kann, um das, was man als gute Idee hat, effizient umzusetzen. Lieber Herr Düsedau, es ist gut zu wissen, dass Sie startsocial auch in neuer Funktion weiterhin verbunden bleiben. Vergessen Sie das bitte nicht, wenn Sie an anderer Stelle gefordert sind.

Herzlichen Dank an Sie alle. Ich freue mich jetzt auf das weitere Prozedere.

Mittwoch, 17. Juni 2015