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Rede von Bundeskanzlerin Merkel zum Empfangs der New Zealand-German Business Association am 14. November 2014

Redner:
Angela Merkel
Datum:
Freitag, 14. November 2014
Ort:
Auckland

in Auckland

Sehr geehrter Herr Minister Joyce,
sehr geehrter Herr Bachmann,
Exzellenzen,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

die New Zealand-German Business Association ist die größte europäische Handelskammer in Neuseeland. Ich glaube, schon das allein spricht für die professionelle Arbeit. Daher möchte ich auch Frau Surges dafür danken, dass Sie die Organisation so gut weiter aufgebaut hat. Diese Kammer gibt es schon seit 30 Jahren. Ich freue mich sehr über diesen Empfang heute Abend.

Die Handels- und Investitionsbeziehungen haben sich kontinuierlich entwickelt – der Minister hat soeben darauf hingewiesen. Allerdings gibt es auch noch Luft nach oben. Unser Handelsvolumen hat sich 2013 auf 1,7 Milliarden Euro belaufen. Ich habe von den Handelsbeziehungen mit China gehört. Da, würde ich sagen, können wir noch eine Schippe drauflegen. Aber China ist ja auch noch ein bisschen größer als Deutschland und Neuseeland zusammen.

Die Stärken Neuseelands liegen klar auf der Hand: ein gutes Innovationsklima, ein verlässlicher Rechtsrahmen und auch sehr gute Erfahrungen mit vielen Handelspartnern in der asiatischen Region. Das macht die hohe Attraktivität Neuseelands aus, auch wenn die räumliche Entfernung aus deutscher Sicht durchaus beträchtlich ist. Wichtige Branchen sind genannt worden: der Bausektor – auch im Hinblick auf energieeffizientes Bauen –, erneuerbare Energien, der Agrar- und Nahrungsmittelsektor. Zu nennen sind auch all die Ausgründungen, die aus gemeinsamen Forschungsaktivitäten möglich werden.

Ich habe gelernt, dass auch in Neuseeland das Phänomen Fachkräftemangel durchaus auf der Tagesordnung steht. Vielleicht, Herr Minister, sollten wir noch darüber sprechen, ob wir bestimmte Erfahrungen im deutschen Berufsausbildungssystem vielleicht auch in Neuseeland implementieren könnten. Das könnte ein weiteres Projekt sein. Und ich glaube, die deutschen Unternehmen wären auch bereit, als „front runner“ in diesem Bereich beispielgebend tätig zu sein.

Als deutsche Bundeskanzlerin will ich nicht versäumen, zu sagen, dass ich mich darüber freue, dass deutsche Unternehmen in Neuseeland tätig sind, und auch dafür zu werben, dass neuseeländische Unternehmen in Deutschland einen guten Platz für ihre Tätigkeit finden können. Wir haben durch den europäischen Binnenmarkt sowohl gute Ausgangsbedingungen in Deutschland als auch für eine gesamteuropäische Tätigkeit. Deshalb lade ich Sie ein, soweit Sie neuseeländische Unternehmer sind, herauszufinden, ob auch Ihr Engagement in Deutschland noch stärker sein könnte. Sie sollten sich von der Sprachbarriere nicht abschrecken lassen. Die Englischkenntnisse der Deutschen verbessern sich beständig, auch wenn deutsche Bundeskanzler im Ausland öffentlich nicht Englisch sprechen.

Ich möchte einfach danke sagen. Gerade auch viele junge Menschen in Deutschland – Schüler, Studenten und Wissenschaftler – wissen nicht nur um die Schönheit Ihres Landes, sondern auch um die exzellenten Rahmenbedingungen für Studium und Beruf sowie um Ihre Verbindungen in die gesamte asiatische Region. Unsere Kontakte jetzt und auch die Kontakte mit dem Premierminister, wenn er wieder nach Deutschland kommen wird, sowie die Kontakte zwischen den Ministern können dazu beitragen, dass die Verbindungen zwischen unseren beiden Ländern noch enger werden und wir uns besser kennenlernen. Ich darf abschließend sagen: Alle deutschen Unternehmen, die in Neuseeland arbeiten, haben hier eine wundervolle Natur und tolle Lebensbedingungen – so viel habe ich an einem Tag durchaus gelernt. Auch davon werde ich in Deutschland erzählen.

Danke schön.

Freitag, 14. November 2014