Navigation und Service

Inhalt

Rede von Bundeskanzlerin Merkel beim Wirtschafts-Round-Table am 30. August 2018 in Accra/ Ghana

Redner:
Angela Merkel
Datum:
Donnerstag, 30. August 2018
Ort:
Accra

Sehr geehrter Herr Vizepräsident,
meine Damen und Herren,

ich freue mich, dass wir heute zu diesem Round Table zusammengekommen sind. Ich sage das auch im Namen der deutschen Delegation und der deutschen Wirtschaftsvertreter.

Herr Vizepräsident, Sie hatten ja schon ein Gespräch mit unserer Wirtschaftsdelegation, aber jetzt sind wir hier in einem noch etwas umfangreicheren Kreis zusammen. Ich will deutlich machen: Ghana ist einer unserer wichtigsten Handelspartner in Subsahara-Afrika. Aber wir wissen, dass es noch sehr viel Entwicklungspotenzial gibt. Die deutsche Wirtschaft hat ein großes Interesse sowohl am Handel als auch an Investitionen hier in Ghana. Wir sehen das auch an der großen Zahl an industriellen Vertretern, die heute hier sind.

Aber Ihr Präsident – ich sehe das genauso – sagt natürlich: Worte alleine zählen nicht, es müssen auch Taten folgen. Deshalb zählt im Grunde nur das, was auch realisiert wird. Das wissen auch die Menschen in Ghana. Wenn wir uns anschauen, wie jung die Bevölkerung ist, dann wissen wir, dass es eben keine Zeit zum Warten gibt. Deshalb ist es wichtig, dass wir hier einen offenen Gedankenaustausch innerhalb der uns zur Verfügung stehenden Zeit führen.

Wir haben uns im vergangenen Jahr im Rahmen unserer G20-Präsidentschaft als eine Initiative das Thema „Compact with Africa“ auf die Fahnen geschrieben. Uns ist das „with“ sehr wichtig, also dass es nicht „für“ irgendjemanden ist, sondern „mit“ jemandem. Ich glaube, das ist der Geist, in dem wir zusammenarbeiten müssen. Wir bedanken uns bei den internationalen Finanzinstitutionen – sowohl dem IWF als auch der Weltbank und der Afrikanischen Entwicklungsbank – dafür, dass sie sich dieser Idee mit verschrieben haben. Ich bedanke mich auch bei allen, die in den Partnerländern und in Ghana mitmachen. Ich bedanke mich bei den deutschen Botschaften; denn wir müssen das ja alles zusammenhalten. Auch wenn Deutschland die G20-Präsidentschaft jetzt nicht mehr innehat, wollen wir dieses Projekt nicht aus den Augen verlieren.

Wir versuchen – deshalb sind der Minister für Entwicklungszusammenarbeit und der Staatssekretär aus dem Wirtschaftsministerium, Herr Nussbaum, heute auch hier –, eine intelligente Verknüpfung von Entwicklungszusammenarbeit und Wirtschaft zu haben. Denn es bedarf einer Anfangsfinanzierung, aber dann muss es auch langsam in ein sich selbst tragendes Finanzierungssystem übergehen und dann natürlich auch Gewinne erbringen; sonst gibt es keine wirtschaftliche Tätigkeit.

Wir möchten uns bei Ghana dafür bedanken, Herr Vizepräsident, dass Sie ein so engagiertes Mitglied dieser Initiative sind. Letztlich geht es ja um Verbesserungen des internen Rahmens, um Investitionen zu erleichtern. Es heißt: „The proof of the pudding is in the eating.“ Das heißt, der Beweis dessen, dass es geklappt hat, ist natürlich, dass es dann auch zu Investitionen kommt. Wenn es nicht zu Investitionen kommt, haben wir etwas falsch gemacht.

Wir brauchen den Privatsektor. Deshalb möchte ich mich bei den Unternehmen bedanken, die heute da sind – bei den deutschen wie auch bei den ghanaischen. Viele Dinge gehen nur in der Kooperation.

Es wird Ende Oktober, am 30. Oktober, ein weiteres Treffen mit den Ländern des „Compact with Africa“ geben. Ich habe mit dem Präsidenten und auch mit dem Vizepräsidenten besprochen, dass wir dann wieder einen deutlichen Schritt weiter sein wollen, damit wir dann auch sagen können: Es lohnt sich, sich hier zu engagieren.

Danke schön, Herr Vizepräsident. Danke schön Ihnen allen. Ich freue mich jetzt auf die Diskussion, aber vorher möchte ich natürlich dem Vizepräsidenten das Wort geben.

Donnerstag, 30. August 2018