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Rede von Bundeskanzlerin Merkel beim Empfang der deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Berufsweltmeisterschaft "WorldSkills" am 3. November 2015

Redner:
Angela Merkel
Datum:
Dienstag, 03. November 2015
Ort:
Berlin

Sehr geehrter Herr Pfündner,
liebes WorldSkills-Team,

ich möchte Sie ganz herzlich im Bundeskanzleramt willkommen heißen. Ich habe Sie schon beim Reinfahren gesehen und habe darüber nachgedacht, ob Sie sehr frieren. Aber Sie sagen ja, dass es ein bisschen sonnig war. Insofern freue ich mich, dass Sie in Ihren tollen Deutschland-Outfits hier sind.

Sie haben sich im Wettbewerb mit Auszubildenden und jungen Fachkräften wacker geschlagen, und zwar mit solchen, die zu den Weltbesten gehören. Dass Sie sich wacker geschlagen haben, ist keine Überraschung, denn Sie selber gehören ja auch zu der Gruppe, die an der Spitze der Welt steht.

Die Berufsweltmeisterschaften haben diesmal in Brasilien stattgefunden. Ich kann Ihnen zu Ihren großartigen Leistungen nur herzlich gratulieren. Natürlich gilt das für alle, aber ganz besonders auch für die Medaillengewinner. Zweimal Gold, zweimal Silber, einmal Bronze – das kann sich wirklich sehen lassen. Insgesamt hatten Sie 22 Auszeichnungen im Gepäck, als Sie wieder zu uns zurückgekommen sind. Das sind nicht nur große persönliche Erfolge, sondern das ist eine tolle Bilanz für das gesamte deutsche Team. Und es ist auch eine tolle Bilanz für die deutsche Ausbildungslandschaft.

Sie sind so etwas wie Botschafter unseres Systems der dualen Berufsausbildung. Wo immer ich auf der Welt hinkomme, sagt man mir, dass dieses System der dualen Berufsausbildung einen sehr guten Ruf hat. Es führt ganz offensichtlich zu großen Erfolgen. Doch dazu bedarf es natürlich auch einer längeren Tradition. Viele Länder würden es aber auch gerne einführen. Die Tatsache, dass wir im europäischen Vergleich die geringste Jugendarbeitslosigkeit haben, ist mit Sicherheit auch auf unser Ausbildungssystem zurückzuführen.

Ihre Erfolge sind natürlich die beste Werbung für junge Menschen, die ihre Ausbildung begonnen haben und eines Tages auch einmal da stehen wollen, wo Sie jetzt stehen, oder auch für junge Menschen, die noch in der Schule sind, die sich noch nicht entschieden haben, in Ihre Fußstapfen zu treten. Wir haben eine beachtliche Bandbreite der Ausbildungsberufe, die auch Sie vertreten. Die Bandbreite ist so groß, dass sich eigentlich für jeden etwas finden lassen müsste.

In deutschen Betrieben sind Facharbeiter mehr denn je gefragt. Für die Betriebe ist die Investition in Ausbildung immer auch eine Investition in die eigene Zukunft. Für junge Menschen ist der Abschluss einer Ausbildung auch immer eine gewisse Sicherheit, im Leben weiterzukommen. Wir wissen, dass diejenigen, die keine Berufsausbildung haben, mit einem viel höheren Risiko behaftet sind, einmal arbeitslos zu werden, während diejenigen, die eine Berufsausbildung haben, viele Wege gehen können – entweder eine Meisterprüfung ablegen oder ein Studium aufnehmen oder sogar den Weg in die eigene Selbständigkeit wählen. Das heißt, dass die Durchlässigkeit unseres Systems inzwischen auch sprichwörtlich ist, wenn es darum geht, zwischen beruflicher und akademischer Ausbildung zu wechseln. Wir sind auch stolz darauf und werden das auch weiterentwickeln, denn daraus resultiert auch Zukunftsfähigkeit.

Deshalb möchte ich auch einen Dank richten an diejenigen, die Ausbildungsplätze bereitstellen. Es sind längst nicht alle Unternehmen. Deshalb umso mehr denjenigen ein herzliches Dankeschön, die das immer wieder auf sich nehmen. Ich glaube, es hält jung und es bereichert, wenn man das macht. Aber es bedarf eben auch einiger Anstrengungen und man geht manchmal auch ein gewisses Risiko ein. Ich danke daher denen, die in ihren Betrieben Ausbildungsplätze bereitstellen.

Mein Dank gilt natürlich auch den Verantwortlichen bei WorldSkills, die die Teilnahme unserer Teams an den Weltmeisterschaften organisiert haben. Die Lorbeeren der Preisträger sind auch die Lorbeeren der Organisatoren.

Nach jeder WM ist vor der nächsten WM. Außerdem kommt es für alle von Ihnen darauf an, dass Sie sich in Ihrem Beruf weiter gut entwickeln. Man darf sich ja auf den Lorbeeren, die man einmal erhalten hat, nie ausruhen.

In diesem Sinne allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, allen Organisatoren und allen Ausbildern ein herzliches Dankeschön und viel Freude auf dem weiteren Weg zu neuen Höchstleistungen. Nochmals herzlich willkommen hier im Kanzleramt.

Dienstag, 03. November 2015