Rede von Bundeskanzlerin Merkel bei der Übergabe der 2-Euro-Gedenkmünze 2017 „Rheinland-Pfalz“ am 10. Februar 2017

Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin, liebe Frau Dreyer,
sehr geehrter Herr Bundesminister,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrter Herr Chochola,
meine Damen und Herren,

die Übergabe der 2-Euro-Gedenkmünze ist jedes Jahr ein schöner Anlass. Denn mit der Münzserie „Bundesländer“ würdigen wir seit 2006 den Föderalismus, der den Bundesländen mit ihren jeweiligen Besonderheiten Gewicht und Stimme verleiht. Der Bundesfinanzminister ist derjenige, der das Ganze gesetzlich und faktisch verwaltet. Deshalb freuen wir uns, dass wir heute zu dritt hier bei Ihnen sind.

Die Gedenkmünzen zeigen jeweils ein bekanntes Motiv aus dem Bundesland, das aktuell den Präsidenten oder die Präsidentin des Bundesrates stellt. So kamen das Holstentor aus Lübeck, das Schloss Neuschwanstein, der Kölner Dom, der Dresdner Zwinger und andere einzigartige Bauwerke bereits millionenfach in Umlauf. Diese Gedenkmünzen sind also ein Gruß aus dem jeweiligen Bundesland an die Bürgerinnen und Bürger ganz Deutschlands und in alle Euroländer. Mit diesen Münzen machen wir die kulturelle Vielfalt unseres Landes deutlich und auch erlebbar. Vielleicht zieht es ja manchen an die Stätten der Gebäude, die auf den Münzen abgebildet sind.

Dieses Jahr ziert ein Motiv aus Rheinland-Pfalz die Rückseite. Das ist die Porta Nigra in Trier, weshalb eben auch der Trierer Oberbürgermeister unter uns ist. Die Porta Nigra, das schwarze Tor, ist seit mehr als 1.800 Jahren Zeitzeuge unserer reichhaltigen, langen deutschen und europäischen Geschichte. Das am besten erhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen wurde im 2. Jahrhundert nach Christus erbaut und danach vielfältig genutzt. Seit 30 Jahren gehört es zum UNESCO-Welterbe. Die Porta Nigra steht in übertragenem Sinne für Beständigkeit. Sie zeigt uns, was auf einer soliden Basis steht, was gepflegt und erhalten wird, kann Jahrhunderte überdauern. Dieser Gedanke inspiriert uns ja auch bei unserer täglichen Arbeit. Wir denken nicht unentwegt an Jahrhunderte, aber manchmal an Jahrzehnte.

Ich finde die Bildseite der Münze wieder einmal sehr gut gelungen und möchte deshalb Herrn Chochola ganz herzlich danken. Vielleicht verschafft die Münze dem an Tourismus ja nicht armen Land Rheinland-Pfalz noch mehr neugierige Besucherinnen und Besucher.

Nun möchte ich das Wort Herrn Schäuble übergeben.