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Mitschrift Pressekonferenz

Im Wortlaut

Pressestatements von Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Sall

in Berlin

(Die Protokollierung des fremdsprachlichen Teils erfolgte anhand der Simultandolmetschung.)

BK'in Merkel: Meine Damen und Herren, ich freue mich, dass heute wieder einmal, muss ich sagen, der Präsident des Senegal, Macky Sall, in Deutschland ist. Wir hatten uns im November in Berlin am Rande der Konferenz zum „Compact with Africa“ getroffen.

Heute wird er Ehrengast beim deutschen Mittelstand sein, um auch die wirtschaftlichen Beziehungen zu kräftigen. Wir können sagen, dass es im letzten Jahr doch auch einige Aktivitäten mittelständischer Unternehmen im Senegal geben hat. Deshalb ist es für uns sehr erfreulich, dass sich jetzt auch die Verbindungen zur deutschen Wirtschaft verfestigen; denn das war und ist ja das Ziel des „Compact with Africa“.

Die dynamische wirtschaftliche Entwicklung in Senegal macht das Land zu einem potenziell attraktiven Investitionsstandort für deutsche Unternehmen. Die Beispiele, die wir im Senegal jetzt schon sehen, sprechen sich natürlich auch im deutschen Mittelstand herum, und ich hoffe, dass auch aus dem jetzigen Aufenthalt hier neue mögliche Wirtschaftsaktivitäten für den Senegal erwachsen werden.

Wenn wir heute miteinander sprechen, werden wir über die wirtschaftliche Situation sprechen, aber natürlich auch über die Sicherheitslage; denn Senegal ist zwar nicht direkt betroffen, liegt aber in unmittelbarer Nachbarschaft der G5-Sahelstaaten, in denen sich die Sicherheitslage doch verschlechtert hat. Deshalb werden wir auch über die Fragen der regionalen Stabilität sprechen. Wir werden uns mit den Regierungschefs der fünf Sahelstaaten ja vor dem nächsten Europäischen Rat in Brüssel treffen, und Deutschland wird seine Sahelstrategie dahin natürlich auch noch einmal aufbereiten. Die Mandatsverlängerungen für MINUSMA und EUTM werden im ersten Halbjahr dieses Jahres auf der Tagesordnung stehen.

Ich bin sehr gespannt zu hören, wie der Präsident des Senegal auch die Gesamtlage einschätzt und was aus seiner Sicht zu tun ist. Insofern werden wir sozusagen die Zeit, die uns bleibt, um hier miteinander zu sprechen, doch sehr gut nutzen. Ich möchte noch einmal „Ganz herzlich willkommen!“ zu unserem, wie man schon sagen darf, Freund Macky Sall sagen. Ich denke, in den letzten Jahren haben wir unsere Beziehungen sehr intensiviert, und das soll auch weiter so sein. Herzlich willkommen!

P Sall: Vielen Dank, Frau Bundeskanzlerin, für die Zeit, die du mir hier jetzt anlässlich meiner Teilnahme an der Jahrestagung des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft widmest. Ich wollte dich hier besuchen und einen Höflichkeitsbesuch abstatten, um vor allem meiner Freude angesichts der Anstrengungen, die hier im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit, aber auch der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Afrika unternommen werden, Ausdruck zu verleihen.

Einmal mehr möchte ich deine persönliche Führungsstärke hervorheben. Ich hoffe wirklich, dass all diese Anstrengungen und Bemühungen um den Frieden in Libyen       Das ist ja wirklich eine große Sorge für den gesamten afrikanischen Kontinent. Wir unterstützen eure Initiative wirklich!

Frau Bundeskanzlerin, ich habe auch den Eindruck, dass ich wirklich ein Vertrauter Deutschlands und Berlins geworden bin. In den letzten vier Jahren habe ich nämlich vier Besuche absolviert. Es ist also wirklich eine Tatsache, dass wir auf die Zusammenarbeit mit Deutschland zählen, sowohl im Rahmen des „Compact with Africa“ als aber auch hinsichtlich der deutschen Investitionen in Afrika und des Ausbaus der Zusammenarbeit zwischen deutschen und senegalesischen Unternehmen.

Ich möchte Ihnen auch sagen, Frau Bundeskanzlerin, dass wir offen sind, Ihre Unternehmen willkommen zu heißen. Wir sind ein sehr offenes Land, was den gesamten privaten Sektor angeht. Der deutsche Privatsektor ist ja auch für sein Technologie-Know-how und für die Qualität seiner Produkte bekannt.

Was es jetzt noch zu tun gilt, und das ist auch die Botschaft, die ich jetzt an die deutschen Unternehmen und auch an die deutsche Bundesregierung   ich weiß, dass Sie da sehr engagiert sind, und ich bitte auch um die Unterstützung der Minister   richten möchte, ist, dass auch Finanzierungen und Garantien zur Begleitung der Niederlassung deutscher Unternehmen ermöglicht werden. Ich habe heute Morgen mit verschiedenen deutschen Unternehmern gesprochen, die das Wasserkraftwerk „Sambangalou“ bauen wollen   es geht dabei um die Elektrifizierung von Dörfern  , und mit anderen, die sich in anderen technologischen Bereichen engagieren. Das ist wirklich ein guter Anfang. Ich freue mich wirklich sehr, dass unsere Zusammenarbeit bereits diesen Stand erreicht hat.

Abschließend noch zur Frage der Sicherheit in Afrika und der Ausbreitung des Terrorismus in Afrika: Deutschland spielt natürlich eine große Rolle dabei, es uns zu ermöglichen, die Sahelregion zu stabilisieren, die jetzt wirklich unter der Bedrohung eines neuartigen Dschihadismus leidet, eines Dschihadismus, der jetzt wieder aufgetreten ist, nachdem er in Syrien und im Irak besiegt worden ist. Die Welt darf nicht zuschauen, wie sich das weiterentwickelt; irgendwann wird es vielleicht zu spät sein. Wir werden diese Aspekte sicherlich noch weiter vertiefen.

Ich bedanke mich einmal mehr dafür, dass Sie heute verfügbar waren, und für Ihre große Führungsrolle. Vielen Dank!

Montag, 27. Januar 2020