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Mitschrift Pressekonferenz

Im Wortlaut

Pressestatements von Bundeskanzlerin Merkel und der Ministerpräsidentin des Königreichs Norwegen, Erna Solberg

im Bundeskanzleramt

(Die Protokollierung des fremdsprachlichen Teils erfolgte anhand der Simultandolmetschung)


BK’in Merkel: Meine Damen und Herren, ich möchte meine Kollegin Erna Solberg wieder einmal ganz herzlich in Berlin begrüßen und freue mich, dass wir Themen von bilateralem Interesse, aber auch internationale Fragen gemeinsam besprechen können.

Norwegen und Deutschland eint eine freundschaftliche Beziehung, geprägt durch gemeinsame Werte, aber auch sehr viele gemeinsame Interessen. Wir arbeiten gemeinsam in der Nato. Unsere Wirtschaften sind sehr eng miteinander verbunden. Ein Beispiel, bei dem das so ist, ist der Energiesektor, aber das geht weit darüber hinaus.

Wir sind aber auch geeint - und das zeigt meine Zusammenarbeit mit Erna Solberg - in einem gemeinsamen Blick auf die Welt und in der Tatsache, dass wir glauben, dass Multilateralismus, das Finden gemeinsamer Lösungen, der Schlüssel zu Win-win-Situationen und zu allgemeinem Fortschritt ist. Deshalb haben wir mit Blick auf eine Partnerschaft mit Afrika schon sehr viel gemeinsam unternommen.

Das, was Erna Solberg heute nach Berlin führt, ist der 10. Weltgesundheitsgipfel. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation wird dort einen ersten Entwurf eines gemeinsamen Aktionsplans zur Umsetzung des dritten Ziels der Agenda 2030, des Gesundheitsziels, vorlegen. Erna Solberg, der ghanaische Präsident Akufo-Addo und ich haben gemeinsam die Weltgesundheitsorganisation gebeten, an einem solchen Plan zu arbeiten. Dass das aufgegriffen wurde, ist insofern bemerkenswert, als wir jetzt für dieses Ziel unter den 17 Zielen der Agenda 2030 zum ersten Mal einen gemeinsamen Entwurf eines Planes haben, an dem sich alle Organisationen, die sich mit Gesundheitsfragen beschäftigen, auch beteiligen und damit eine Form von Konkretheit erreicht werden kann, die für andere Ziele noch erreicht werden muss.

Insofern freuen wir uns, glaube ich, gemeinsam, dass diese Initiative, die wir angeregt haben, aufgenommen wird. Wir haben schon vorher im Rahmen von G20 sehr eng in Gesundheitsfragen zusammengearbeitet. Deshalb herzlich willkommen in Berlin!

MP’in Solberg: Lassen Sie mich damit anfangen, dass ich Ihnen herzlichen Dank für Ihre Begrüßung sage. Ich freue mich auf dieses bilaterale Treffen mit der Bundeskanzlerin. Ich freue mich auch, dass ich heute Abend mit ihr an dem Weltgesundheitsgipfel teilnehmen kann.

Norwegen und Deutschland sind in vielen internationalen Fragen enge Alliierte, und es ist für mich eine Freude und wichtig, dass ich im Handel und in Sicherheitsfragen so eng mit der Bundeskanzlerin zusammenarbeiten kann. Wir haben gemeinsame europäische Fragen. Norwegen und Deutschland haben ein besonders enges Verhältnis. Ich glaube, man kann ganz einfach sagen: Wir haben hinsichtlich einer Reihe globaler und europäischer Fragen einen ähnlichen Blick auf die Herausforderungen in der Welt. Norwegen und Deutschland haben eine umfassende und zunehmende bilaterale Zusammenarbeit auf, glaube ich, eigentlich sämtlichen Gebieten. Es geht um Forschung, Entwicklung, konkrete Wirtschaftspolitik.

Deutschland ist einer der allerwichtigsten Handelspartner für Norwegen. Ein großer Teil des in Deutschland verbrauchten Erdgases kommt aus Norwegen. Norwegen sitzt auf Erdgasressourcen, die auch Deutschland weiter versorgen können. Sie können auch einen Beitrag zu der weiteren Energiewende in Deutschland leisten. Außerdem arbeiten wir an den Übertragungskabeln, die hinsichtlich der Elektrizität eben auch ein Zusammenspiel mit unserer Wasserkraft aufbauen können.

Ich freue mich natürlich, dass ich mit der Bundeskanzlerin auch die europäische Frage Nummer eins, den Brexit, diskutieren kann. Norwegen gehört über das Abkommen EWA zu Europa. Das heißt, das, was dort passiert, berührt uns in starkem Maße. Wir glauben und hoffen, dass die EU und Großbritannien zu einer Regelung kommen werden, die ein Austreten Großbritanniens aus der EU in der Form gewährleistet, dass wir weiterhin wirklich eine gute wirtschaftliche Entwicklung und Wohlfahrtsentwicklung in allen europäischen Ländern erreichen können.

BK’in Merkel: Danke schön!




Dienstag, 16. Oktober 2018