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Mitschrift Pressekonferenz

Im Wortlaut

Pressestatement von Bundeskanzlerin Merkel zum Besuch des Bundeskriminalamtes

in Berlin

Ich möchte mich beim Präsidenten des Bundeskriminalamtes stellvertretend für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedanken. Ich bin zusammen mit dem Bundesinnenminister und dem Bundesjustizminister heute hierhergekommen, um mich über die Arbeit, die hier stattfindet, natürlich im Zusammenhang mit dem Täter und seiner hoffentlich baldigen Festnahme, zu informieren. Ich darf sagen, dass die hochprofessionelle Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes in Verbindung mit allen anderen Behörden ‑ mit den Länderbehörden, aber auch mit den anderen Bundesorganisationen ‑ reibungslos funktioniert und dass hier mit großem Elan gearbeitet wird ‑ weil alle hier wissen, dass Millionen Menschen darauf hoffen, dass wir hier die Erkenntnisse bekommen und bald des Täters habhaft werden können.

Wir haben theoretisch schon seit Langem gewusst ‑ der Bundesinnenminister hat es auch immer wieder gesagt ‑, dass wir auch Zielscheibe des islamistischen Terrorismus sind. Trotzdem ist es dann, wenn ein solcher Fall eintritt wie der terroristische Anschlag auf dem Breitscheidplatz, natürlich noch einmal etwas ganz anderes. Deshalb sind unsere Gedanken natürlich in jeder Stunde auch bei den Angehörigen der Opfer und bei denen, die im Krankenhaus, die verletzt sind. Gerade ihnen schulden wir die bestmögliche Arbeit.

Es ist auch gut, zu wissen, wie wir international vernetzt sind und dass es eine reibungslose Kooperation auch mit den zuständigen Behörden anderer Länder gibt, von denen viele auch schon Anschlagsgegenstand waren und die sich mit den terroristischen Herausforderungen wirklich gut auskennen.

Ich kann sagen, dass wir in den letzten Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen haben, um der terroristischen Gefahr besser begegnen zu können. Ich will an dieser Stelle auch noch einmal die Einrichtung von Bund und Ländern zur gemeinsamen Terrorismusabwehr erwähnen und beispielhaft für anderes auch die Einrichtung zur Internetüberwachung. Das macht mich zuversichtlich, dass wir die Bewährungsprobe, in der wir uns jetzt insgesamt befinden, wirklich bestehen können ‑ weil wir professionelle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, die mit ganzer Kraft zur Aufklärung eines solchen Ereignisses beitragen, weil wir aber auch wissen, dass wir die Werte von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit auf unserer Seite haben und damit ‑ da bin ich zuversichtlich ‑ auch in der Lage sein werden, unser freies, offenes Leben und ein gutes Miteinander in der Gesellschaft beizubehalten. Ich bin ‑ das will ich sagen ‑ in den letzten Tagen sehr stolz gewesen, wie besonnen die große Zahl der Menschen auf diese Situation reagiert.

Ich wünsche allen, die hier arbeiten, gutes Gelingen. Unsere Gedanken sind bei Ihnen und mit Ihnen.

Herzlichen Dank!

Donnerstag, 22. Dezember 2016