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Mitschrift Pressekonferenz

Pressestatement von Bundeskanzlerin Merkel beim Messerundgang auf der 65. Internationalen Automobil-Ausstellung

in Frankfurt am Main

Meine Damen und Herren,

ich habe mich auf der 65. Internationalen Automobil-Ausstellung gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer informiert, und ich kann sagen, dass hier natürlich auch in diesem Jahr wieder sehr wesentliche Innovationen zu besichtigen sind. Der Schwerpunkt liegt bei dem, was ich gesehen habe, eindeutig auf Effizienzverbesserung, auf Sparsamkeit, auch in Richtung der Elektromobilität, sei es als Hybridfahrzeug, sei es auch als ein Fahrzeug, das dann voll auf Elektromobilität ausgerichtet ist.

Kombiniert sind diese Innovationen, was die Antriebstechnik anbelangt, mit einer immer stärkeren Vernetzung im Automobil. Das heißt, der Faktor Sicherheit wird großgeschrieben. Dieser Faktor Sicherheit kann dadurch großgeschrieben werden, dass wir die Verknüpfung von digitaler Welt und Automobilwelt sehen. Hierin liegt für Deutschland eine großartige Chance in Bezug auf die Zukunft dessen, was wir „Industrie 4.0“ nennen, also die Verschmelzung von digitalen Innovationen mit unseren klassischen industriellen Fähigkeiten, die natürlich sehr stark mit der Automobilindustrie verbunden sind.

Die Stärke der deutschen Automobilindustrie ist, dass wir eine Vielzahl von Angeboten haben, dass daraus auch ein Wettbewerb entsteht, dass wir alle Segmente der Automobilindustrie vertreten haben und dass wir auch eine sehr starke Zulieferindustrie haben. Insoweit müssen wir darauf achten, auch bei europäischen Regelungen, dass uns diese Vielfalt nicht kaputt geht, weil sie auch Inspiration nach ganz Europa bringt. Ich konnte mich am Beispiel des französischen Unternehmens Michelin davon überzeugen, wie eng auch die deutsch-französische Kooperation an vielen Stellen funktioniert. Ich freue mich natürlich, dass die Internationale Automobil-Ausstellung mitnichten nur deutsche Aussteller kennt, sondern dass hier fast die Hälfte Aussteller aus dem Ausland sind.

Wir stellen uns als Deutschland dem fairen Wettbewerb. Wir wollen exportieren, aber wir akzeptieren auch andere, die technisch innovativ sind, und wollen Hindernisse abbauen, Hürden abbauen, faire Handelsabkommen und auch Freihandelsabkommen entwickeln. Mit Südkorea ist das geschehen. Innerhalb der EU befindet sich eine ganze Palette von neuen Handelsabkommen in der Verhandlung. Ein besonderes Augenmerk legen wir hierbei auch auf die transatlantische Zusammenarbeit. Deutschland ist ein guter Anbieter auf dem amerikanischen Markt, aber natürlich nicht nur auf dem amerikanischen Markt; in Asien sind wir auch stark. Wir scheuen den Wettbewerb auch mit den amerikanischen Herstellern nicht.

Ich wünsche der Internationalen Automobil-Ausstellung alle Gute. Ich glaube, es hat sich bewährt, dass sich unter der Ägide des Bundesverkehrsministeriums die Plattform Elektromobilität auch sehr stark entwickelt hat. Ich bedanke mich beim VDA dafür, dass die Zusammenarbeit koordiniert wird, damit die manchmal auch unterschiedlichen Interessen der Automobilindustrie als einer schlagkräftigen Wirtschaftsbranche in unserem Land dann auch artikuliert werden. Ich kann nur sagen: Mit fast 750.000 Beschäftigten und mit einer sehr guten Kooperation von Gewerkschaften und Arbeitgebern sind wir auch ein Beispiel für soziale Marktwirtschaft und die soziale Kompetenz einer wichtigen Branche. Ich wünsche allen Nutzerinnen und Nutzern - die Frauen sollte man im Bereich der Automobilindustrie als Nutzerinnen nie vergessen - gute Produkte, innovative Produkte. Danke, dass ich heute hier sein konnte!

Donnerstag, 12. September 2013