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Mitschrift Pressekonferenz

Im Wortlaut

Pressestatement von Bundeskanzlerin Merkel beim Besuch einer Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie einer Erstaufnahmeeinrichtung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) am 10. September 2015

in Berlin-Spandau

Meine Damen und Herren, ich habe heute die Außenstelle des BAMF und anschließend auch die Erstaufnahmeeinrichtung der AWO hier in Spandau besucht.

Was das BAMF anbelangt, so war der Zweck meines Besuches, einfach stellvertretend für viele andere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danke zu sagen, die angesichts der vielen Wartenden unter ganz besonderen, schwierigen Bedingungen arbeiten. Ich konnte mich davon überzeugen, dass hier sehr akkurat gearbeitet wird, dass auch jedes Schicksal ernst genommen wird und dass man natürlich versucht, jeden Antrag schnell zu bearbeiten. Angesichts der großen Zahl von Flüchtlingen, die in den letzten Tagen gekommen sind, ist es aber verständlich, dass diese Bearbeitung nicht sofort erfolgen kann.

Wir haben in dieser Außenstelle des BAMF ein sehr interessantes Projekt, nämlich dass die Bundesagentur für Arbeit im gleichen Gebäude sitzt und eine Begutachtung derjenigen, die sehr gute Berufsabschlüsse haben, vorgenommen werden kann, um festzustellen, ob nicht sofort eine Vermittlung in Arbeit erfolgen kann. Ich denke, dieses Modellprojekt zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit und dem BAMF steht stellvertretend für das, was wir in den nächsten Monaten erreichen wollen, nämlich dass möglichst viele mit der Entscheidung für einen genehmigten Aufenthaltsstatus dann auch gleich eine Möglichkeit haben, Kontakt zur Bundesagentur für Arbeit aufzunehmen. Wir werden natürlich weiter darüber sprechen, wie wir die Verfahren beschleunigen können, aber ich konnte mich erst einmal davon überzeugen, dass diejenigen, die hier arbeiten, ihr Bestes geben in guter Atmosphäre. Dafür herzlichen Dank!

Hier in der Erstaufnahmeeinrichtung der AWO war es sehr beeindruckend zu sehen, mit wie viele Liebe und Zuneigung die Flüchtlinge hier beherbergt werden, wie die Kinder Spielmöglichkeiten haben und wie man versucht, auf die Anliegen der Einzelnen einzugehen. Ich konnte mich mit zwei Familien unterhalten: auf der einen Seite mit einer Familie, die aus Kobane in Syrien kommt, erst vor einigen Tagen hier angekommen ist und ein bewegendes Schicksal hat; auf der anderen Seite eine Familie, die schon seit einem Jahr hier ist, deren beide Kinder in den Kindergarten gehen und für die es nicht ganz einfach war, eine Wohnung zu finden das ist aber gerade gelungen. Man kann nur hoffen, dass sich alle auch gut integrieren. Die Integration wird sicherlich zum Teil über die Kinder stattfinden, die dann im Kindergarten schon sehr schnell Deutsch lernen.

Ich hoffe und glaube, dass die Allermeisten hier wirklich auch schnell unsere Sprache lernen wollen. Ich möchte auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der AWO danken stellvertretend für alle Träger, die Erstaufnahmeeinrichtungen betreiben. Ich hatte den Eindruck, dass hier alles getan wird, damit es den Menschen auch gut geht.

Herzlichen Dank!

Donnerstag, 10. September 2015