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Mitschrift Pressekonferenz

Im Wortlaut

Pressestatement von Bundeskanzlerin Merkel beim Besuch des Wohnprojektes „Gustav-Schatz-Hof“

in Kiel

Meine Damen und Herren,

ich möchte mich bei Herrn Lilie, Herrn Deike und Herrn Maak ganz herzlich bedanken, dass ich die Einrichtung besuchen konnte und wir sehen konnten, wie von der Diakonie in Kiel-Gaarden Sozialarbeit geleistet wird. Wir haben uns hier verschiedene Facetten angeschaut: die Wohngruppe der demenzkranken Menschen. Ich finde die ganze Anlage sehr beeindruckend, die versucht, die Selbstbestimmung mit den notwendigen Betreuungen zu verbinden. Das Seniorencafé und die ambulante Pflege.

Es ist beeindruckend, dass in einem schwierigen Stadtteil, der durchaus mit vielen sozialen Problemen behaftet ist, auch die Wohnungsbaugesellschaften bereit waren, ein solches Konzept mitzutragen, an die Diakonie herangetreten sind und damit beispielhaft etwas gemacht haben.

Hier geht es auch um den Aspekt der multikulturellen Pflege. Das beschäftigt uns sehr, auch in der Islamkonferenz, weil wir jetzt auch aus der ersten Generation der Gastarbeiter Menschen haben, die aus anderen Ländern kommen, pflegebedürftig sind und betreut werden wollen, aber natürlich mit einem ganz anderen kulturellen Hintergrund.

Ich möchte ein Dankeschön sagen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit Freude und Leidenschaft - wie ich das heute sehen konnte - mit den Menschen hier arbeiten, ein Stück weit zusammenleben, zum Teil selbst interkulturelle Erfahrungen haben und damit sehr gute Partner sind. Was sich hier zeigt, ist, dass Konflikte, die aufkommen würden, wenn man nichts tut und keinerlei soziale Betreuung hat, aufgelöst werden können, wenn Möglichkeiten da sind, dass gesprochen wird, dass man einander versteht, dass man einander zuhört. Das erfordert Zeit, das erfordert natürlich auch Geld. Deshalb ist dieses Projekt mit den Wohnungsbaugemeinschaften zusammen herausragend und sehr vorbildlich.

Danke, Herr Lilie, dass Sie mich auf die Idee gebracht haben; danke, Herr Deike und Herr Maak. Viele gute Grüße an alle, die hier arbeiten und Stadtteilarbeit im besten Sinne des Wortes leisten. Danke schön.

Freitag, 28. April 2017