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Mitschrift Pressekonferenz

Im Wortlaut

Pressestatement von Bundeskanzlerin Merkel beim Besuch des Milchviehbetriebs von Familie Trede

in Nienborstel

Meine Damen und Herren, ich möchte mich als Erstes bei der Familie Trede ganz herzlich bedanken. Unsere Bekanntschaft rührt ja von einer Wahlsendung mit Frau Trede her, als wir uns über die Themen Milchpreise und Landwirtschaft unterhalten haben. Ich habe damals zugesagt, dass ich den Betrieb gerne einmal besuchen möchte, und bedanke mich ganz herzlich, dass Sie mir Einblick gegeben haben, soweit das für jemanden, der hier nicht zu arbeiten anfangen will, möglich ist.

Das war sehr beeindruckend, zum einen sozusagen die Liebe zum Tier. Ich glaube, das ist ja auch das, was den landwirtschaftlichen Beruf, soweit es um Tierhaltung geht, ausmacht, nämlich dass man einfach gesunde Tiere möchte, dass man etwas schaffen möchte, dass man etwas der Umgebung Entsprechendes schaffen möchte.

Dies ist ein Familienbetrieb, der von Generation zu Generation ‑ jetzt schon in der siebten Generation ‑ arbeitet und auch Hoffnung hat, dass es weitergeht. Deshalb geht es darum, dass wir alle gemeinsam Bedingungen schaffen, die das ermöglichen und die damit auch etwas zur Wirtschaftskraft der ländlichen Räume beitragen. Denn wir wollen ja nicht nur in den Städten ein prosperierendes Leben, sondern auch auf dem Lande.

Deshalb schließt sich an diesen Besuch für mich natürlich gemeinsam mit der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die Aufgabe an, Bedingungen zu schaffen, unter denen eben auch mittlere Milchviehbetriebe gut existieren können und nicht so von den Gesamtschwankungen abhängig sind, dass man immer wieder sehr schnell wechselnde Zeiten ‑ bessere Zeiten, aber dann auch wieder harte Krisenzeiten ‑ erlebt. Denn dieser Berufsstand muss investieren ‑ das haben wir hier am Beispiel des Melkroboters gesehen ‑, und diese Investitionen verlangen eine gewisse Nachhaltigkeit, eine gewisse Sicherheit für die Zukunft; ansonsten können die nicht geleistet werden.

Da das auch dem Tierwohl dient, da das auch der Verbesserung der Arbeitsbedingungen dient, muss das möglich sein, wenn man in die Zukunft denken will. So gehe ich mit einer guten Erfahrung nach Hause, aber auch mit einem Aufgabenpaket, nämlich dass wir weiter miteinander darüber sprechen müssen, wie wir diese Krisenresistenz eben am besten hinbekommen und gleichzeitig auch die wirtschaftliche Tätigkeit der Bauern möglich machen.

In diesem Sinne möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bedanken und Ihnen alles Gute wünschen. Wir werden am Thema dranbleiben. Auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und allen Helfern möchte ich für den heutigen Tag danken!

Donnerstag, 19. Juli 2018