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Mitschrift Pressekonferenz

Im Wortlaut

Pressestatement von Bundeskanzlerin Merkel beim Besuch des Caritas-Zentrums Kalk

in Köln

Ich freue mich, dass ich heute mit Natalie Dedreux, ihrer Mutter und der Caritas hier in Köln-Kalk zusammen sein kann. Wir haben uns das ja nach der Fernsehsendung im Wahlkampf versprochen. Nun wollte ich natürlich mein Versprechen wahrmachen, aber ich wollte mir auch einmal anschauen, wie ihr im Café arbeitet.

Nicht nur, dass der Kaffee geschmeckt hat, hier wurden auch sehr viele Fragen gestellt. Die hatten nicht nur etwas mit Inklusion zu tun, sondern auch mit dem sonstigen Leben, auch mit der Politik. Aber das Thema Inklusion hat natürlich eine große Rolle gespielt.

Ich wurde zum Beispiel gefragt, ob wir auch im Kanzleramt Behinderte einstellen. Beschäftigte mit einem Down-Syndrom haben wir nicht, aber das kann ja noch werden. Bei uns sind aber 8 Prozent Behinderte beschäftigt. Das muss auch ein Beispiel für andere Betriebe sein. Denn ich finde es ganz toll, dass hier eine Ausbildung gemacht wird, die dann auch den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt ermöglicht.

Mein Besuch hier zeigt nicht nur, dass ich mein Versprechen einhalten wollte, sondern auch, dass ich sagen wollte, wie wertvoll und wichtig die Arbeit ist, die hier geleistet wird. Das hat sich auch bei dem Besuch der Kita noch einmal herausgestellt.

Ich denke, wir müssen dafür werben, dass die Berufe für Menschen und mit Menschen von besonderer Bedeutung sind. Deshalb hatten wir eben auch noch das Gespräch mit Erzieherinnen hier aus der Kita. Das macht deutlich: Wir brauchen weitere Plätze. Dadurch, dass die Kinder unter drei Jahren jetzt auch den Rechtsanspruch haben, ist der Druck auf alle Kita-Plätze noch einmal gewachsen.

Wir brauchen mehr Fachkräfte, und der Beruf muss attraktiver werden. Das hat in diesem Bereich ähnlich wie in den Pflegeberufen auch etwas mit der Bezahlung zu tun. Und wir müssen auch einfach werben, dass es eine unglaublich wichtige Arbeit ist. Denn so wie sich das Leben der Kinder in den ersten Lebensjahren gestaltet, so sind die Chancen und Perspektiven natürlich auch für die Zukunft.

Danke also allen Erzieherinnen und Erziehern, danke allen hier Beschäftigten, aber danke auch euch, die ihr hier den Weg ins Leben geht. Ich wünsche alles Gute, auch der ganzen Stadt und der Bevölkerung einfach ein offenes Herz, dass alle Menschen Chancen bekommen sollen, so wie das heute sehr viel besser für Menschen mit einem Down-Syndrom möglich ist, als das vielleicht vor 30 oder 40 Jahren der Fall war.

Also herzlichen Dank, dass ich Gast sein durfte, und alles Gute für die Zukunft.

Mittwoch, 18. Juli 2018