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Mitschrift Pressekonferenz

Im Wortlaut

Pressestatement von Bundeskanzlerin Merkel beim Besuch der HHLA in Hamburg

in Hamburg

BK'in Merkel: Danke schön an Sie, Frau Titzrath, und Ihr Team, und danke an die Hansestadt Hamburg, Herr Tschentscher. Ich bin heute sehr gern hier bei der HHLA gewesen und glaube, dass es auch genau der richtige Zeitpunkt ist. Wir sehen hier ein hochmodernes logistisches Unternehmen, das sozusagen die Tür in die Welt ist: der größte Hafen Deutschlands natürlich, aber auch der größte Binnenhafen Deutschlands, ein großer Eisenbahnumschlagplatz, ein Lkw-Umschlagplatz.

Hier kann man verschiedene Dinge sehen, die uns in diesen Tagen beschäftigen, nämlich erstens, dass wir vernetzt sind in der Welt: Die Fragen eines Handels, bei dem keine Barrieren aufgebaut und neue protektionistische Maßnahmen ergriffen werden, sondern bei dem Barrieren abgebaut werden, haben etwas mit der Beschäftigungssituation von Menschen zu tun, mit dem Handelsaustausch, mit dem Wirtschaftswachstum und schlussendlich dann auch mit den Steuereinnahmen.

Wir sehen aber auch eine Branche im Wandel, eine Branche, die davon lebt, dass sie die Möglichkeiten der Digitalisierung schnell nutzt, und das kann man hier im Hamburger Hafen sehen: Trotz der nicht einfachen geografische Lage   glücklicherweise kommt die Elbvertiefung jetzt - hat Hamburg in herausragender Weise sehr schnell die logistischen Möglichkeiten durch Automatisierung und durch Digitalisierung genutzt. Wir sehen hier zum Teil selbstfahrende Fahrzeuge, die auch klimafreundlich sind. Diese Digitalisierung voll zu nutzen, ist eben notwendig, um mit der Konkurrenz mithalten zu können. Denn Hamburg soll ein europäischer Hub im Hafenbereich bleiben. Aber es gibt eben auch Konkurrenz durch andere Häfen. Deshalb muss das Neueste hier schnell implementiert werden. Das tut die Mannschaft von Frau Titzrath.

Zweitens sehen wir hier, wie wir Klimaschutz praktisch verwirklichen. Denn der Hafen arbeitet darauf hin, zumindest an diesem Terminal bis 2022 emissionsfrei zu arbeiten, und ist damit ein Beispiel dafür, wie man Mobilität und globalen Handel auch umweltfreundlich abwickeln kann.

Drittens geht es natürlich auch darum, die Arbeitsbedingungen immer wieder optimal zu gestalten. Dies ist hier ein Ort, an dem 24 Stunden am Tag an 360 Tagen im Jahr gearbeitet werden muss. Es wird hier also von den Fachkräften Herausragendes geleistet. Das zeigt, dass wir eben auch im umfassenden Sinne unsere berufliche Bildung und unsere Weiterbildung stärken müssen, damit man den neuen Anforderungen hier auch gerecht werden kann.

Ich will ganz offen sagen: Ich bin begeistert, und ich weiß, dass wir weltweit natürlich auch darüber reden müssen, wie wir zu fairen und vergleichbaren Handelsbedingungen kommen. China spielt für den Umschlag auf diesem Hafen eine herausragende Rolle. Hamburg ist ein Punkt in dem Seidenstraßen-Projekt. Deshalb kann man am Beispiel von Hamburg auch darüber diskutieren, wie wir die gute Idee der Seidenstraße dann am besten umsetzen können, wenn alle Partner - die Deutschen genauso wie China - ihren fairen Anteil bekommen und ihre fairen Bedingungen haben. Insofern hat dieser Besuch heute für mich eine ganz wichtige Bedeutung, weil ich sehen konnte, wie Globalisierung praktisch funktioniert, und zwar so funktioniert, dass die Menschen auch etwas davon haben können. Das ist der Ansatz der Hansestadt Hamburg, das ist der Ansatz von Frau Titzrath. - Danke schön.

Montag, 06. Mai 2019