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Mitschrift Pressekonferenz

im Wortlaut

Pressestatement von Bundeskanzlerin Merkel anlässlich des Besuchs der KUKA AG am 13. März 2015

in Augsburg

Zum Abschied möchte ich sagen: Ich danke, dass ich heute KUKA besuchen konnte und hier auch Vieles so exemplarisch betrachten konnte.

Ich bin natürlich beeindruckt von dem, was da entwickelt wird. Was wir aber verstehen müssen, ist, dass auf der einen Seite das, was wir sehen, sehr spannend ist, interessant ist Leichtbauweise, sehr flexibel, reagierend auf die Umwelteinflüsse , dass aber auf der anderen Seite das, was dahinter ist die Software das eigentliche Gehirn ist. Das ist schon beeindruckend und zeigt, wie der Weg in der Industrie 4.0 vorangehen wird: Es wird nicht nur so sein, dass der eine Roboter selber bestimmte Dinge bzw. einzelne Arbeitsgänge machen kann, sondern dass die Roboter dann eben auch Schritt für Schritt miteinander kommunizieren können, die dabei gemachten Erfahrungen was ja nichts anderes ist als wieder neue Informationen und damit Daten wieder verarbeitet werden können und daraus dann auch Lerneffekte entstehen. Diese hohe Komplexität, die sich im Grunde aus der Vernetzung der Roboter ergibt, ist das eigentlich Spannende. Insofern können wir stolz darauf sein, dass in Deutschland Unternehmen wie KUKA zuhause sind.

Die politische Aufgabe heißt jetzt, zum einen das richtige Umfeld zu schaffen, um Mittelständlern den Zugang zu den Möglichkeiten dieser Produktion zu geben, zum anderen aber auch die Entwicklung der Intelligenz der Roboter bzw. die Vernetzung der Roboter, die Fähigkeiten der Roboter innerhalb von ganzen Prozessketten, die dazugehörende Verarbeitung der Daten, die Speicherung der Daten, die sichere Aufbewahrung der Daten und die Vernetzung der Daten zu regulieren.

Wir haben daher richtigerweise die Forschungsministerin und den Wirtschaftsminister beauftragt, in Zusammenarbeit mit einem Fraunhofer-Institut eine Plattform für die Industrie 4.0 einzurichten. Wir brauchen dafür jetzt möglichst viele Akteure aus der Wirtschaft. Ich bin KUKA sehr dankbar, dass Sie sich in diesen Prozess einbringen; denn die Wirtschaft muss uns sagen, mit welchen Universitäten und welchen Forschungseinrichtungen wir zusammenarbeiten sollen, welche Forschungsschwerpunkte wir setzen sollen und wie wir uns international einbringen sollen. Schließlich kann zum Schluss ja nicht jeder seinen eigenen Standard und seinen eigenen Roboterarm haben, der nur auf die eigene Software reagiert, sondern die Dinge müssen ja miteinander kompatibel sein.

Für mich ist dieser Besuch deshalb so wichtig, weil ich dadurch eine Vorstellung von dem bekomme, was man sonst immer nur liest oder hört. Das ist auch wichtig, damit wir das politisch vorantreiben können damit wir das Richtige tun, damit wir der Wirtschaft die notwendigen Gestaltungsräume lassen, aber gleichzeitig unsere Forschungsgelder wieder an den Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen richtig einsetzen. Insofern glaube ich, ein solcher Besuch kann dazu beitragen, mehr zu verstehen und mehr zu lernen.

Deshalb danke schön und viel Erfolg! Danke auch an die Mitarbeiter, die hier zugeschaut haben und teilweise im Kalten gewartet haben. Ich glaube, hier ist ein wirklich spannendes Stück deutscher Produktion für die Industrie 4.0. Das müssen wir weiterentwickeln, wenn wir weiter vorne dranbleiben wollen. Für die produktive Industrie sei es im Automobilbau, sei es in der Getränkeabfüllung, sei es in der Produktion von landwirtschaftlichen Geräten und Ähnlichem ist natürlich von extremer Bedeutung, dass wir solche Hersteller bei uns zuhause haben; denn dann kann unsere heimische Industrie sehr gut mit diesen Herstellern zusammenarbeiten.

Recht herzlichen Dank!

Freitag, 13. März 2015