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im Wortlaut

Pressestatement von Bundeskanzlerin Merkel am 6. Juli 2014 in Peking

Bundeskanzlerin Merkel fasst die Eindrücke des ersten Tages ihrer China-Reise zusammen:

Guten Tag oder guten Abend - je nachdem, welche Zeit wir nehmen. Ich habe den ersten Tag meiner China-Reise jetzt durchlebt. Es war ein sehr spannendes und interessantes Programm. 

Ich war heute in einem Schwergewicht der westlichen Region Chinas zu Gast, nämlich in Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan. In Sichuan ist die Entwicklung außerordentlich dynamisch, inzwischen sehr viel dynamischer als in den Küstenregionen. Wir haben dort im Deutsch-Chinesischen Dialogforum über die Frage der Innovationen gesprochen. 

Innovationen sind auf der einen Seite die Entwicklung der Wirtschaft, aber auch in einem breiteren Verständnis nachhaltige Entwicklung, und zwar Entwicklung in mehr Umweltschutz, was in China eine Riesenrolle spielt ‑ hier kann deutsche Technologie sehr helfen, aber auch nachhaltige Entwicklung im Blick auf demografische Veränderungen. Hier gibt es Gemeinsamkeiten zwischen der chinesischen und der deutschen Bevölkerungsentwicklung. Ich glaube, gerade die Fragen von Pflege, von einem nachhaltigen Rentensystem sind Fragen, die uns gemeinsam bewegen. 

Es geht natürlich immer wieder um die Themen „Bildung“ und auch „Integration“, hier im Falle Chinas um die Integration von Wanderarbeitern in die klassische städtische Bevölkerung. Auch hier könnte man sich noch breiter austauschen, als das bisher der Fall ist.

Ich habe viele Anregungen aus dem Besuch in Chengdu mitgenommen. Auch der Besuch eines Volkswagenwerks zeigt, wie gut die Chancen der deutschen Wirtschaft in der Region sind. 

Ich habe heute in Peking den Auftakt durch ein Abendessen mit Ministerpräsident Li Keqiang zu einer weiteren Serie von Gesprächen gemacht, die wir morgen haben werden. Dies sind sowohl politische Konsultationen als auch Konsultationen mit der Wirtschaft. 

Insgesamt kann man sagen, dass die deutsch-chinesischen Beziehungen bei allen Meinungsverschiedenheiten, die es in vielen Fragen auch gibt, viele Möglichkeiten auch des Austauschs eröffnen. China ist ein wachsendes Land. China ist ein Land, das global an Bedeutung gewinnt. Ich glaube, wir können mit unseren Erfahrungen der sozialen Marktwirtschaft hier wichtige Beiträge leisten. 

Ich freue mich, dass wir auch eine Reihe von Gemeinsamkeiten im nächsten Jahr bzw. auch schon diesem Jahr haben werden Es wird die deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen im Herbst geben und China wird Gastland bei der CeBIT sein. 

Wir haben heute auch sehr ausführlich über die Rolle von zivilgesellschaftlichen Organisationen gesprochen ‑  in Deutschland würde man von Ehrenamtlern sagen ‑, was den Pflegebereich, was die Sozialarbeit mit Jugendlichen anbelangt. Ich glaube, hier kann Deutschland mit vielen Beispielen auch zeigen, dass man die Menschen im Lande sehr engagieren muss. 

Morgen wird es dann die wesentlichen politischen Konsultationen geben, aber auch heute war es schon ein sehr intensives Gespräch mit Premierminister Li Keqiang. 

Herzlichen Dank!

Sonntag, 06. Juli 2014