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Energie

Ostsee-Pipeline für sichere Versorgung

Das europäische Gemeinschaftsunternehmen Nord Stream hat den ersten Strang der neuen Ostsee-Pipeline feierlich in Betrieb genommen. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel ist es eines der größten Infrastrukturprojekte unserer Zeit.

Bundeskanzlerin Merkel während ihrer Rede zur Inbetriebnahme der Nord-Stream-Pipeline in Lubmin. Neue wirtschaftliche Chancen durch Ostsee-Pipeline Foto: REGIERUNGonline/Bergmann

„Dieses Projekt ist beispielhaft für die Kooperation zwischen Russland und der Europäischen Union, und das auf dem Gebiet der Energieversorgung“, betonte Merkel. Dies sei die  entscheidende Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit der europäischen Wirtschaftsnationen. Europa setzte in der Zukunft auf eine sichere und belastbare Partnerschaft mit Russland.

Neben der Bundeskanzlerin nahmen auch der russische Präsident Dmitrij Medwedew, der französische Premierminister François Fillon, der niederländische Premierminister Mark Rutte sowie der EU-Kommissar für Energie, Günther Oettinger, an der Eröffnung teil.

Langfristig verlässliche Energieversorgung

Die Nord Stream-Pipeline wird Erdgas von Russland nach Europa transportieren. Sie besteht aus zwei Leitungssträngen, jeweils 1.224 km lang. Beide Stränge verlaufen durch die Ostsee - von der Bucht von Portovaja nahe dem russischen Wyborg bis zur deutschen Ostseeküste nach Lubmin.

Der erste Leitungsstrang ist jetzt betriebsbereit. Damit können zusätzliche 27,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Deutschland transportiert und dann überwiegend nach Frankreich, in die Niederlande, nach Belgien, Dänemark und Großbritannien weitergeleitet werden.

Den zweiten Leitungsstrangs will Nord Stream Ende 2012 fertigstellen. Die Pipeline soll dann jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Gas transportieren können. Das ist Energie für über 25 Millionen europäische Haushalte. Erdgas spielt als CO2-armer Energieträger eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung Europas.

Kooperation bietet Chancen

Die Bezugsquellen von Energie müssen sicher sein. Aus Sicht der Bundeskanzlerin profitieren Russland und Europa gleichermaßen von der Gaspipeline. Europa erhält mehr Versorgungssicherheit, Russland verlässliche Abnehmer. „Insofern werden wir auf Jahrzehnte eng miteinander verbunden sein“, sagte Merkel. Diese Kooperation biete große wirtschaftliche Chancen.

Nord Stream habe gezeigt, dass ein so großes Wirtschaftsprojekt verantwortungsvoll von einem Wirtschaftsunternehmen bewältigt wird, so Merkel. Begonnen hatte das Pipelineprojekt im Jahr 2006. 

Dienstag, 08. November 2011